von C.S. Lewis:

 

Wir halten es für selbstverständlich, dass die Zeitfolge, dieses Gefüge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, nicht nur für unser Leben gilt, sondern für alle Dinge. Wir neigen zu der Annahme, das ganze Universum und sogar Gott selbst bewegten sich ständig aus der Vergangenheit in die Zukunft, genau wie wir. Aber viele Gelehrte sind nicht dieser Ansicht. Die Theologen waren die ersten, die auf den Gedanken kamen, dass einige Dinge gar nicht in der Zeit sind. Später haben die Philosophen diesen Gedanken übernommen; und heute sind auch einige Naturwissenschaftler dieser Meinung.
Ziemlich sicher ist Gott nicht in der Zeit. Sein Leben besteht nicht aus aufeinander folgenden Augenblicken. Wenn heute abend um halb elf eine Million Menschen zu ihm betet, braucht er ihnen nicht in dem einen kleinen Augenblick zuzuhören, den wir halb elf nennen. Halb elf - und jeder andere Augenblick seit dem Anfang der Welt - ist für ihn Gegenwart. Wir können es auch so sagen: Ihm steht die ganze Ewigkeit zur Verfügung, um das Stoßgebet zu hören, das ein Pilot im Bruchteil einer Sekunde betet, wenn seine Maschine brennend abstürzt.
Ich weiß, diese Vorstellung ist schwierig. Ich will versuchen, ein ähnliches Beispiel zu geben. Nehmen wir an, ich schreibe einen Roman. Darin kommt folgender Satz vor: "Maria legte ihre Arbeit nieder; im nächsten Augenblick klopfte es an die Tür." Für Maria, die in der Phantasiezeit meiner Erzählung zu leben hat, liegt kaum eine Sekunde zwischen dem Niederlegen ihrer Arbeit und dem Klopfen an der Tür. Ich aber, als Marias Schöpfer, lebe nicht in dieser Phantasiezeit. Zwischen der Niederschrift der ersten und der zweiten Hälfte dieses Satzes sitze ich vielleicht drei Stunden da und denke unentwegt über Maria nach. Ich könnte über Maria so nachdenken, als wäre sie die einzige Gestalt in dem Buch, und so lange, wie ich will, und die Stunden, die ich damit zubringe, würden in Marias Zeit (der Zeit innerhalb der Erzählung) überhaupt nicht erkennbar sein.
Dies ist natürlich kein vollkommenes Beispiel. Aber es mag ungefähr einen Begriff von dem geben, was ich für die Wahrheit halte. Gott wird so wenig vom Zeitstrom der Welt fortgerissen wie der Schriftsteller von der Phantasiezeit seines Romans. Gott kann jedem von uns unbegrenzte Aufmerksamkeit schenken. Er braucht uns nicht "en masse" abzufertigen. Jeder einzelne steht so allein vor ihm, als wäre er das einzige Wesen, das Gott erschaffen hat. Als Christus starb, starb er für jeden einzelnen von uns so, als ob jeder von uns der einzige Mensch auf dieser Welt wäre. In einer Hinsicht ist mein Beispiel unzulänglich. In ihm wechselt der Schriftsteller nur aus einer Zeitrelation in die andere hinüber, aus der Zeit der Erzählung in die wirkliche. Aber Gott, so glaube ich, lebt überhaupt nicht in irgendeiner Zeitrelation. Sein Leben verrinnt nicht Sekunde für Sekunde wie unser Leben. Für ihn ist es sozusagen noch 1920 und schon hundert Jahre weiter. Denn sein Leben ist er selbst.
Wenn wir die Zeit als eine gerade Linie zeichnen wollen, auf der wir entlangreisen, dann müssen wir uns Gott als das ganze Blatt vorstellen, auf dem die Gerade gezogen wurde. Wir gelangen nacheinander zu den einzelnen Punkten der Linie. Wir müssen A hinter uns lassen, ehe wir zu B kommen, und können C nur erreichen, wenn wir B hinter uns lassen. Gott aber ist außerhalb und oberhalb und rund um diese Linie; er ist überall und überschaut sie ganz. (C. S. Lewis, 1898-1963)

 

 

 

Von David Wilkerson:

 

Christus liebt seine Gemeinde. Er gab sein Leben für sie hin und sagte, daß die Pforten der Hilfe sie nicht bewältigen können. Jesus selbst ist der Grundstein dieser Gemeinde. Und die Bibel sagt uns daß seine Herrlichkeit und Weisheit in ihr wohnen. Am Pfingsttag sandte er seinen Heiligen Geist um die Gemeinde zu begründen. Und er hat sie mit gesalbten Dienern begabt — Hirten, Lehrern, Aposteln, Propheten und Evangelisten — um sie aufzuerbauen.

 

Es ist klar daß der Herr seine Gemeinde segnen möchte. Warum vermittelt das zweite Kapitel der Offenbarung dann ein so Furcht erregendes Bild von Christus, als er seinem Volk erscheint? Johannes schreibt daß Jesus mit flammenden Augen und donnernder Stimme zur Gemeinde kommt:

 

"und mitten unter die sieben Leuchtern einen, der war eines Menschen Sohne gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße gleichwie Meßing, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Waßerrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete wie die helle Sonne" (Offenbarung 1,13-16).

 

Nun, die Offenbarung ist der zusammenfaßende Abschluß des Wortes Gottes. Sie beschreibt das Ende aller Dinge. Und hier findet sich das erste Bild von Christus das wir in diesem Buch sehen. Warum erscheint Jesus hier mit so düsteren Vorzeichen? Und warum spricht er mit so eindringlichen Worten zu seiner Gemeinde? Johannes schreibt daß die Worte Christi so scharf sind wie Schwerter, die bis ins Mark dringen. Erinnern Sie sich daran daß dies der Apostel war der sich an die Brust Jesu lehnte. Aber nun liegt er auf seinem Angesicht: "Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie ein Toter" (1,17).

 

Der Herr selbst erklärt seine Ehrfurcht gebietende Erscheinung: "und ihre Kinder will ich zu Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, daß ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht; und ich werde geben einem jeglichen unter euch nach euren Werken" (Offenbarung 2,23). Tatsache ist, daß Christus seine Gemeinde liebt. Und genau das ist der Grund warum er kommt um sie zu erforschen. Er kommt um sein Volk in Liebe zurechtzubringen und zu reinigen.

 

Zuerst spricht Jesus Johannes zu keine Angst zu haben. "Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie ein Toter; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte" (Offenbarung 1,17). Dann sagte Christus, im Wesentlichen, "Ich möchte daß alle in meiner Gemeinde wißen daß ich gekommen bin um ihren inneren Menschen zu erforschen. Und das tue ich mit Augen wie Feuer und einem Donnern das die Seele erschüttert. Ich werde kein Blatt vor dem Mund nehmen — was ich zu sagen habe wird durchdringend und heilend zugleich sein. Aber ich werde keinem meiner Kinder erlauben weiter in Apathie oder Blindheit zu leben. Meine Augen und mein Mund werden jede Faßade durchdringen."

 

Christus sah etwas in seiner Gemeinde. Und er wies Johannes an seine Worte aufzuschreiben und an die "Engel" der Gemeinden zu senden. Damit sind seine Diener gemeint, die er als Sterne in seinen Händen bezeichnet. (Siehe 1,16.) Er sagt Johannes, "Ich liebe diese Diener. Ich habe sie berufen und gesalbt. Und nun sollst du ihnen meine Wort mitteilen."

 

Da ich selbst Pastor bin, muß ich mich füragen: Wie muß es gewesen sein einen solchen Brief von Johannes zu öffnen? "An den Pastor der Gemeinde in New York: Das sagt der Herr der deine Gemeinde...." Stellen Sie sich nun vor was diese sieben Diener empfanden.

 

Nehmen wir, zum Beispiel, den Pastor von Ephesus. Als er Johannes' Brief liest, sieht er wie Christus sich über seine Gemeinde füreut. Der Herr lobt die Epheser für ihre harte Arbeit, ihre Geduld und ihr geistliches Urteilsvermögen. Sie haßen das Böse, und Sie treten für die Sache Christi ein. Und in all den Jahren, haben sie nicht aufgehört Gutes zu tun. Dieser Pastor staunt über das was er liest. Er denks, "Wow, der Herr ist zufürieden mit uns. Es ist ein Empfehlungßchreiben."

 

Aber als er weiter liest, stößt er auf schneidende Worte: "Aber ich habe wider dich, daß du die erste Liebe verläßest" (2,4). Jesus warnt den Pastor, "Gedenke, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir bald kommen und deinen Leuchter wegstoßen..." (2,5).

 

Der ephesische Pastor muß entsetzt gewesen sein. Er denkt, "Buße tun? Oder er wird unsere Kraft als seine Zeugen wegnehmen? Was für schockierende Worte. Wie kann das sein? Wir sind Gläubige des Bundes. Wir sind aus Glauben gerechtfertigt. Wir sind wohltätig liebevoll, fürsorglich gewesen. Jetzt sollen wir wieder zurckkehren und so sein wie am Anfang? Was soll das bedeuten? Wie kann das Jesus sein, der hier spricht? Wie soll ich diesen Brief je meiner Gemeinde vorlesen?"

 

Behalten Sie im Gedächtnis daß diese Worte an eine glaubende Gemeinde gerichtet waren. Es mußte also eine Angelegenheit sein, die in den Augen des Herrn sehr ernst war. Warum wurde er sonst so forschend zu einer beispielhaften Gemeinde sprechen? Er sagt dem Pastor, "Deine erste Liebe zu mir ist nicht mehr so, wie sie es einmal war. Du hast die Gemeinschaft mit mir vernachläßigt Tue nun Buße!" Jesus macht es klar: alles kommt auf seine Gegenwart an. Ja, die Epheser hatten eifrig gearbeitet und Gutes getan. Aber sie lebten nicht mehr in inniger Vertrautheit mit dem Herrn.

 

Im nächsten Kapitel, faßt Christus seine Botschaft an alle sieben Leiter und ihre Gemeinden zusammen. Und seine Worte sind vielsagend: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir." (Offenbarung 3,20). Allzu oft öffnen Christen nicht die Türen ihres Herzens für Jesus. Wenn er anklopft, sind sie nicht einmal zuhause. Stattdeßen hängt ein Schild an der Tür mit der Aufschrift: "Lieber Herr, bin zum Dienst im Krankenhaus und anschlieend im Gefängniß Sehe dich dann später in der Gemeinde."

 

So viele Gemeinden tun heute so viele gute, wohltätiege Dinge im Namen Christi. Sie haben Programme für fast jede menschliche Not. Und die Gemeinde führt ein reines, aufrechtes Leben und achtet darauf, die Sünde zu meiden. Aber irgendetwas hat sich an ihnen verändert. Früher waren diese Christen der persönlichen Gemeinschaft mit Jesus hingegeben. Sie Wollten keinen einzigen Tag vergehen, ohne Zeit allein mit ihm zu verbringen. Aber jetzt haben sich die Dinge geändert. Alles, was sie für ihn haben, ist ein kurzer Gruß auf dem Weg zu irgendeiner Arbeit. Wie ernst ist das für Jesus?

 


Christus nimmt unsere Gemeinschaft so ernst,
daß er sogar das eine Element wegnimmt,
was verlorene Seelen erreicht: seine Gegenwart.


 

Jesus warnt uns, "In meiner Gemeinde ist etwas verloren gegangen. Es ist meine Ehrfurcht erweckende Gegenwart. Ihr müßt in die Stille des Gebets zurckkehren und mit mir Mahl halten. Andernfalls werde ich meine Gegenwart von euch wegnehmen. Alle eure guten Werke — euer Predigen, Evangelisieren und Geben — muß aus der innigen Zeit mit mir entspringen. Es muß von meinem Tisch ausgehen."

 

Die Gemeinde in Ephesus hatte etwas verloren, was sie einmal beseßen hatte. Es war die erkennbare Gegenwart Christi in ihrer Mitte. Sie hatten angefangen, Jesus für selbstverständlich o zu nehmen, und das wirkte sich auf ihren Dienst aus. Früher hatten sie einander geliebt und sich umeinander gekümmert Aber jetzt nahmen sie sich auch gegenseitig für selbstverständlich hin. Und das hat verheerende Auswirkungen auf ihre Bemühungen gute Werke zu tun. Sie waren so damit beschäftigt den Menschen zu dienen, daß ihre Taten in den Mittelpunkt reckten, und nicht die Liebe zu Christus. Seine mächtiege Gegenwart fehlte.

 

Nun warnte Jesus sie: "Wenn ihr keine änderungen vornehmt — wenn ihr nicht zu eurem Hunger nach mir zurckkehrt — werde ich eure Kraft als meine Zeugen wegnehmen. Ihr werdet keine Autorität mehr haben, wenn ihr eure guten Werke tut. Sie werden alle nichtig sein."

 

Ich erkenne darin eine Parallele zur heutigen Welt. Manche der härtesten Menschen, die ich kenne, sind Leute, die für Wohlfahrtsorganisationen und Sozialagenturen gearbeitet haben. Das gilt besonders für diejenigen, die in psychiatrischen Abteilungen oder mit mißbrauchten Kindern gearbeitet haben. Es waren aufrichtige, hingegebene Arbeiter. Aber es war einfach zu schmerzhaft für sie, täglich mit solchen Leiden konfrontiert zu werden. Mit der Zeit haben sie sich verhärtet.

 

Daßelbe kann auch bei Christen geschehen. Ordinierte Leiter ebenso wie Laienmitarbeiter sehen so viel Schmerz und Sünde bei den Menschen, denen sie dienen, daß sie darber hart werden können. Das ist genau das, was Jesus diesem Pastor in Ephesus sagte: "Du warst einmal so mitfhelfend mit anderen. Du hattest solche Liebe zu den Menschen und hörtest ihnen aufmerksam zu. Aber jetzt verschliest du die Ohren. Du setzt dich zu ihnen, hast dich aber gegen ihr Schreien verhärtest Du betreibst deinen Dienst wie in einer Tretmühle ohne Leben. Ich habe keine andere Wahl, als meine Gegenwart von dir zurckzuziehen."

 

Ich bin in Gemeinden gewesen, in denen der Herr seine Gegenwart für eine gewiße Zeit zurckgezogen hatte. Dort herrschte eine Leblosigkeit und Trockenheit die man fast mit Händen greifen konnte. Jeder konnte es spüren. Gott spricht zu dieser Gemeinde und sagt, "Ich werde die Dinge eine Zeitlang erkalten laßen. Ich möchte euch aus eurer Lethargie herausbringen. Ich Möchte, daß ihr wißt, wie es ohne meine Gegenwart ist." Es ist wirklich schrecklich, wenn eine Gemeinde an diesen Punkt kommt. Es gibt keine überführung im Heiligen Geist, nichts, was die Gemeinde in Bewegung bringt, nichts, was die jungen Leute bewegt.

 

Dabei gibt es einen wichtigen Nebeneffekt. Geistlich hungrige Menschen werden nicht bleiben, wo die Gegenwart Jesu nicht erkennbar ist. Sie hungern verzweifelt nach seiner Nähe. Und wenn sie sie nicht erfahren, gehen sie anderswo hin, um sie zu finden. Ich habe viele Briefe mit derselben Klage erhalten: "Ich kann keine Gemeinde finden, in der die Gegenwart des Herrn lebendig ist."

 

Ich habe den tragischen Niedergang zahlreicher Christen erlebt, die so empfunden haben. Sie finden nie eine Gemeinde. Also bleiben sie schlieslich zuhause sitzen und hören sich Fernsehprediger an. In ihrer geistlichen Nahrung fehlt die feste Speise. Alles, wovon sie zehren, ist Leichtkost. Mit der Zeit setzt Kälte Ein. Bald kehren sie der Gemeinde ganz den Rücken. Sie vernachläßigen ödie Versammlung ihrer geistlichen Familie, wovor der Hebrerbrief warnt. (Siehe Hebrer 10,25.) Und sie werden völlig gleichgültig gegen Christus und seine Gegenwart.

 

Ich sage Ihnen, daß Gott von solchen Leuten keine Entschuldigung annehmen wird. Jesus kann für jeden alles in allem sein, wenn wir unsere persönliche Gemeinschaft mit ihm pflegen. Es ist egal, in welchem Zustand Ihre Gemeinde ist. Sie müßen eifrig darin sein, ihm kostbare Zeit zu geben. Sie müßen tief aus seiner Gegenwart trinken, wenn Sie wollen, daß sein Wort Ihnen lebendig wird.

 

Im Licht von Offenbarung 1 bis 3 muß jeder Christ sich fragen: "Haben meine guten Werke — mein Bibelstudium und mein Dienst — mir die Zeit mit Jesus geraubt? Habe ich noch solchen Hunger nach ihm wie früher Oder habe ich etwas verloren?"

 


Christus erforscht die Herzen seines Volkes in jeder Generation,
weil er über geistliche Blindheit besorgt ist.


 

Die Gemeinden, zu denen Jesus in Offenbarung 2 und 3 spricht, waren sieben wirkliche Gemeinden in Kleinasien. Einige Bibelforscher glauben, daß diese Gemeinden sieben Epochen in der Kirchengeschichte reprsentieren. ber diesen theologischen Standpunkt will ich nicht streiten. Ich glaube einfach, daß diese Botschaft sich an Christen aller Generationen wendet. Kurz gesagt erforscht Jesus die Herzen seines Volkes in jedem Zeitalter. Er ist ber jede geistliche Blindheit besorgt, die seiner Gemeinde zusetzt.

 

Der Herr hatte eine Kontroverse mit fünf der sieben Gemeinden in diesem Abschnitt. Ich möchte mich hier nur auf drei konzentrieren: Ephesus, Thyatira, und Laodizea.

 

Wir haben schon gesehen, daß das Problem in Ephesus die mangelnde Gemeinschaft mit Christus war. In Thyatira herrschte ein anderes Problem. Sie spielte mit teuflischen Machenschaften. Stellen Sie sich die Reaktion des Pastors vor, als er diese Worte las: "Und dem Engel der Gemeinde zu Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen..." (Offenbarung 2,18). Jesus sah diese Gemeinde durch feurige Augen mit heiligem Zorn.

 

Doch der Brief lßt ein Lob folgen: "Ich weiß deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und deine Geduld und daß du je länger, je mehr tust" (2,19). Wieder gibt Christus zu verstehen: "Ich kenne deine Werke. Deine Liebe, dein Glaube, dein Dienst und dein Ausharren sind jetzt größer als zu Anfang." Das Beste von allem ist, daß der Herr zu ihnen sagt, "Ich weiß,daß du mich liebst." Er tadelte sie nicht wegen mangelnder Gemeinschaft mit ihm.

 

Aber dann lesen wir diese durchdringenden Worte: "Aber ich habe wider dich, daß du läßest das Weib Isebel, die da spricht, sie sei eine Prophetin, lehren und verführen meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu eßen" (2,20).

 

Wer ist die hier erwähnte Isebel eigentlich? Jesus spricht von falschen Hirten. Er tadelt den Pastor in Thyatira dafür, daß er habgierige Leiter duldet, die sein Volk verführen: "Du erlaubst Leuten, die sich ihren Begierden hingeben, frei von eurer Kanzel zu reden. Sie kommen als Engel des Lichts und verführen mein Volk mit hinterlistiger Täuschungen."

 

Der Hinweis auf Isebel bezieht sich nicht nur auf Leiter, die sich von Begierden beherrschen laßen. Diese falschen Hirten dachten sich sogar heimtckische Wege aus, ihre Begierden zu befriedigen. Einfach ausgedrückt ist der Name Isebel der Inbegriff für alles, was in den Augen des Herrn böse und verabscheuenswert ist.

 

Was für ein verwirrendes Bild sich uns hier bietet. Da ist eine Gemeinde, die den Herrn liebt, hingegebene Männer und Frauen Gottes. Sie haben ausgeharrt und treu gegeben und sie lieben Jesus. Wie konnten diese Christen sich von falschen Propheten anziehen laßen? Wie konnten sie sich durch gottlose Leiter, die Gott verachtet, je verführen laßen?

 

Es mag Sie schockieren, aber ich sehe genau das überall in unserem Land geschehen. Wölfe, die nur darauf aus sind, die Herde auszuplündern sprechen heute in Gemeinden, die einmal für ihre Botschaft der Heiligung bekannt waren. Wenn man den Pastor fragt, warum er das erlaubt, gibt er zu, "Diese Prediger ziehen eine Menge an. Menschen kommen in die Gemeinde." Aber er erlaubt damit, daß falsche Propheten vom Tisch Satans austeilen: eine selbstsüchtiege Botschaft der Begierde.

 

Stellen Sie hier einen Widerspruch fest? Jesus bezeichnet den Pastor in Thyatira als Mann der Liebe und Güte. Doch derselbe Mann duldet Leiter mit abscheuliche Sünde Hirten, die an die fleischliche Gesinnung der Menschen appellieren und ihre Begierden entfachen. Sie bringen gottlose Vorstellungen ein, die ein falsches Gefühl der Erweckung hervorrufen. Und sie führen die Menschen auf demonische Abwege.

 

Tief in seinem Herzen weiß dieser Pastor, daß ihr Evangelium nicht rein ist. Aber er möchte nicht, daß die Mengen wegbleiben. Und nun sagt Christus zu ihm, "Du duldest die Verführung dieser Wölfe Und du bist blind für das, was sie bei den Menschen in deiner Gemeinde anrichten. Sie schleichen sich in die Versammlungen dieser Prediger. Und sie werden in die Vernichtung geführt Sie haben angefangen, Unzucht zu treiben und Fleisch zu eßen, das Götzen geopfert wurde. Aber du weigerst dich, sie zu warnen. Ich habe dich zum Hirten der meine Schafe berufen, aber du schützt sie nicht. Warum duldest du dieses Böse? Warum erhebst du nicht deine Stimme?"

 

Eine der ersten Pflichten jedes Pastors besteht darin, die Kanzel rein zu halten. Er darf nicht zulaßen, daß jemand an der Kanzel steht und eine falsche Botschaft weitergibt. Vielleicht klingt das fr Sie nach Kontrolle, aber es ist das, was Gott gebietet. Sehen Sie, Christus spricht hier nicht von sexueller Unzucht. Er spricht von einem bsen Joch, einer sinnlichen Gemeinschaft, einer Hingabe an die Macht eines falschen Dienstes. Und die Warnung Jesu ist klar: "Ihr nährt euch von einer Begeisterung, die aus der fleischlichen Gesinnung kommt. Das ist ein Evangelium' der Lustbefriedigung. Und euer geistliches Leben ist in Gefahr."

 

Erinnern Sie sich daran, daß Jesus hier nicht zu abgefallenen Christen spricht. Er spricht zu liebenden Christen, die einem alles geben würden, was sie haben. Aber sie laßen sich von einem fleischlichen Evangelium anziehen. Sie hören, auf eine subtile Stimme, die ihnen zuflüstert, "Du mußt diesen Mann sprechen hören."

 

In den Evangelien warnt Jesus immer wieder vor falschen Hirten, die kommen, um viele zu verschlingen und zu täuschen Aber ich bin schockiert Der das mangelnde Unterscheidungsvermögen so vieler Christen, die ihren falschen Predigten folgen. Ist Ihnen das auch paßiert? Nährt sich Ihre Seele an irgendeinem Fernsehevangelium, das in Wirklichkeit dmonisch ist? Trinken Sie eine Botschaft von Wohlstandspredigern, die an Ihre Begierden appellieren und den lteren Menschen den letzten Cent abknöpfen?

 

Vielleicht denken Sie, "Was macht es, wenn ich sie mir ansehe? Es kann mir nicht schaden zu hören, was sie sagen. Auserdem hat man den Eindruck, daß alles vom Herrn kommt." Nein! Wenn Sie bei gottlosen Hirten verweilen, steigen Sie mit Demonen ins Bett. Sie treiben Unzucht mit dem Bösen.

 

Mißverstehen Sie mich nicht: Ich spreche nicht von allen Fernsehevangelisten. Aber urteilsfhige Christen erkennen den Unterschied. Jesus spricht von solchen fest gegrndeten Heiligen, die die Beweggrnde dieser geldgierigen Leiter durchschauen: "(Sie) die nicht erkannt haben die Tiefen des Satans" (Offenbarung 2,24). Christus nimmt bezüglich dieser Geld raffenden Geistlichen kein Blatt vor den Mund. Er sagt, "Sie schleppen Seelen in die Tiefen der Hlle." Ja, diese Prediger reden von Christus, aber nicht von dem Christus der Herrlichkeit. Ja, sie predigen ein Wort, aber es ist nicht das Wort Christi. Es ist ein Evangelium, das mit dämonischen Lehren befleckt ist.

 

Der Herr sagt über solche falschen Hirten, "Und ich habe ihr (Isebel) Zeit gegeben, daß sie sollte Buße tun für ihre Hurerei; und sie tut nicht Buße" (2,21). Damit sagt er im Wesentlichen, "Ich habe mit diesen falschen Propheten und Evangelisten Geduld gehabt. Ich habe sie immer wieder gewarnt. Sie hatten reichlich Zeit, von ihrer Bosheit umzukehren. Aber sie haben sich geweigert."

 

Dann spricht der Herr folgende Warnung an alle rechten Diener seines Wortes aus: "Siehe, ich werfe sie in ein Bett, und die mit ihr die Ehe gebrochen haben, in große Trübsal, wo sie nicht Buße tun für ihre Werke und ihre Kinder will ich zu Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, daß ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht; und ich werde geben einem jeglichen unter euch nach euren Werken" (2,22-23). Jesus spricht hier nicht nur ber falsche Propheten. Er schliest alle ein, die ihnen zuhören und sie unterstüzen Sie werden alle zusammen in einem schrecklichen Zustand der Krankheit und des geistlichen Todes enden.

 

Hesekiel sagt, daß solche Leute ihre Hurerei mit jedem treiben, der vorbergeht. (Siehe Hesekiel 16,15). Mit anderen Worten: Ihr lauft all diesen falschen Leitern nach. Aber sie benutzen euch nur. Sie vermarkten euch und laßen euch verwundet und geistlich tot zurck.

 

Zum Schluß ermahnt Jesus diejenigen, die gegen Isebel-Leiter standhaft geblieben sind: "Doch was ihr habt, das haltet, bis daß ich komme" (2,25). Damit drückt er aus, "Ihr habt wahres Unterscheidungsvermögen erlernt. Ihr laßt euch nicht von jedem Wind und jeder Welle der Lehre treiben. Deshalb haltet für den Augenblick einfach durch. Laßt euch nicht täuschen Das ist alles, was ich verlange. Ich werde euch keine anderen Lasten auflegen, bis ich wiederkomme" (siehe 2,24).

 


Ich möchte nicht der Pastor von Laodizea sein,
der seinen Brief von Jesus öffnen muß.


 

Jesus spricht der Gemeinde von Laodizea berhaupt kein Lob aus. Stattdeßen liest der Pastor dort: "Ich weiß deine Werke, daß du weder kalt noch warm bist. Ach, daß du kalt oder warm wärest!. Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich außpeien aus meinem Munde" (Offenbarung 3,15-16). Welch erschreckende Worte vom Herrn.

 

Ich frage mich, wie eine ganze Gemeinde in denselben gefährlichen Zustand fallen kann. Wie kann jeder Einzelne geistlich so blind sein, daß alle lau werden? Es gibt keinen Hinweis auf einen heiligen überrest in dieser Gemeinde. Christus beschreibt sie alle als "elend und jämmerlich, arm, blind und bloß" (Vers 17). Wie konnte es dazu kommen? Wie kann jeder so elend, arm und nackt sein, ohne etwas davon zu merken?

 

Es geschah, weil diese Leute durch eine schreckliche Lüge verblendet waren. Die Christen von Laodizea waren sehr materialistisch, wohlhabend und erfolgreich. (Was sich auf einen Zuwachs an Zahl, Einfluß oder Geld beziehen konnte.) Und sie waren völlig mit sich zufrieden.

 

Für Christen ohne Unterscheidungsvermögen war dies eine blühende Gemeinde. Die Menschen liebten sie und wurden zu ihr hingezogen. Doch als Christus sie prüfte bot sich ihm ein abscheulicher Anblick. Die Christen von Laodizea waren durch eineLüge verblendet. Und diese Lüge lautete: "Ich bin in Ordnung. Ich befinde mich geistlich an dem Punkt, an dem ich sein sollte. Ich habe mich nicht verändert. Ich bin immer noch derselbe hingegebene Christ. Ich bin ein gerechter, eifriger Christ." Jesus sagt, daß diese Christen über sich selbst sagten, "Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts!" (Vers 17).

 

Aus meiner Sicht reprsentiert diese Gemeinde den kapitalistischen Wahn der modernen amerikanischen Kirche. Unsere Nation ist eine kapitalistische Gesellschaft, was einfach unaufhörliches Wachstum bedeutet. Und die Geschäftswelt handelt nach dem Motto: "Wachse oder stirb." Alles muß ständig größer werden. Also muß man darauf aus sein, bei allem immer das Größte und Beste zu machen.

 

Für die Geschäftswelt mag das gelten. Aber diese Mentalitt ist auch in die Gemeinde eingedrungen. Amerika erlebt ein "materialistisches Christentum." Das Ziel ist nicht geistliches Wachstum, sondern Expansion an Zahl, Besitz und Finanzen. Und die geistlichen Leiter werden in den Wahnsinn hineingezogen.

 

Jesu' Urteil über die Christen in Laodizea trifft heute auf viele Gemeinden zu: "Du erkennst nicht, was mit dir paßiert ist. Deine Blindheit hat dich lau werden laßen. Und du merkst es nicht einmal. Du denkst immer noch, du wärst voller Eifer für mich."

 

In Ephesus bestand die Sünde der Gemeinde in der mangelnden Vertrautheit mit Jesus. In Thyatira war es ein Verlust an Urteilsvermögen und das Spiel mit geistlicher Unzucht. Nun sehen wir in Laodizea die schlimmste aller Sünden der Verlust jeden Bedürfnißes nach Christus.

 

Alles endet in völliger Nacktheit. Jesus warf den Christen in Laodizea ihren Zustand vor, "nicht offenbart werde die Schande deiner Blöße" (Vers 18). Das griechische Wort für Blöße bedeutet, "aller Mittel beraubt zu sein." Sehen Sie, Gott behält seine Mittel denen vor, die sich auf ihn verlaßen, die in ihrem Mangel auf ihn vertrauen. Worin bestehen seine Mittel? Es sind wahre geistliche Reichtümer: seine Stärke seine Wunder wirkende Kraft, seine göttliche Führung, seine erfahrbare Gegenwart. Christus warnte diese selbstzufriedene Gemeinde: "Ich habe dir all meiner Mittel entzogen. Aber du denkst, du brauchst sie nicht. Du bist völlig verarmt, aber du erkennst deinen Zustand nicht."

 

Stellen Sie sich eine Gemeinde vor, die es sich in einen einstündigen Gottesdienst bequem macht. Diese Christen hören eine kurze Predigt darüber, wie sie die Belastungen des Alltags bewältigen. Dann eilen sie sofort zur Tür hinaus. Sie empfinden keine Notwendigkeit, vor Jesus zerbrochen oder demütig zu sein. Sie spüren nicht, daß sie sich durch eine durchdringende Botschaft wachrufen oder überführt laßen sollten. Da hört man nicht den Ruf, "Herr, läutere mich, zerbrich mich. Du allein kannst meinen Hunger stillen."

 

Wo ist der Eifer, den sie einmal hatten? Früher waren diese Christen eifrig darauf bedacht, in die Gemeinde zu gehen, über Gottes Wort nachzusinnen, ihre Herzen dem forschenden Licht des Heiligen Geistes auszusetzen. Aber nun denken sie, sie seien über all das hinausgewachsen. Also haben sie ihr Christentum auf den Sonntagvormittag beschränkt, Aber das ist eine Religion der Lauheit.

 

Jesus liebte den Pastor und die Gemeinde in Laodizea so sehr, daß er sie wißen ließ, welche drastischen Manahmen er ergreifen würde. Er sagte ihnen, daß er in ihnen ein Bedürfnis nach seinen Mitteln wecken würde: "Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tue Buße!" (Vers 19). Seine liebende Hand würde kommen, um sie zu züchtigen. Und er würde dies tun, indem er in ihnen das Verlangen weckte, um seine Macht und Hilfe zu flehen.

 

Geliebte Mitchristen, Christus spricht heute mit denselben Worten zu uns. Er sagt uns genauso wie den Christen in Laodizea: "All das handelt davon, mit mir Mahl zu halten. Es geht darum, die Tür zu öffnen, wenn ich anklopfe. Und ich rufe euch jetzt, zu kommen und Gemeinschaft mit mir zu haben. Ich habe alles, was ihr braucht. Und jede wertvolle Zeit, die ihr mit mir verbringt, gibt euch geistliche Kaufkraft'. So erlangt ihr meine Mittel. Eure Gemeinschaft mit mir gibt euch alles, was ihr braucht, um im Dienst fortzufahren. Alles muß aus unserer gemeinsamen Zeit entspringen."

 

Das ist der Weg, wie die Gemeinde Christi in diesen letzten Tagen ihre Kraft als Zeugen Jesu bewahren wird. Amen!

 

 

Von C.S. Lewis aus "Gott auf der Anklagebank."

 

Auf die Frage meinerseit, warum es so schwierig ist Menschen dazu zu bringen wenigstens mal "zu prüfen ob das was in der Bibel steht stimmt oder nicht", habe ich untenstehenden Auszug aus einem Buch von C.S. Lewis gefunden. Es wäre wünschenswert wenn mancher sich die Bücher dieses tollen Autors besorgen würden. Vor allem kritische Leute könnten einige aufschlussreiche Fragen und Gedanken kennenlernen die sie sich ansonsten so nicht gemacht hätten.

 

Die Frage , vor die jeder von uns gestellt ist, heißt nicht: "Kann man ein guter Mensch sein, ohne dass man Christ wird?" Sie heißt: "Kann ich es?" Wir wissen alle, dass es gute Menschen gegeben hat, die keine Christen waren; Männer wie Sokrates, Konfuzius, die das Evangelium nie gehört haben oder wie J.S. Mill, der einfach nicht glauben konnte. Angenommen, der christliche Glaube wäre wahr, dann lebten diese Männer in echter Unwissenheit oder aufrichtigem Irrtum. Wenn ihre Absichten so gut waren, wie ich annehme (denn natürlich kann ich ihre geheimsten Gedanken nicht lesen), dann hoffe und glaube ich, Gottes erfinderische Gnade wird den Schaden wieder gutmachen, den ihre Unwissenheit, bliebe sie sich selbst überlassen, ihnen und ihren Mitmenschen sonst zugefügt hätte.

Wenn mich aber jemand fragt: "Kann ich ein guter Mensch sein, ohne dass ich Christ bin?", dann hat er offensichtlich andere Voraussetzungen. Wenn er nichts vom Christentum wüßte, könnte er diese Frage auch nicht stellen. Wenn er davon wüßte und es ernsthaft geprüft und als unwahr verworfen hätte, dann würde er diese Frage auch nicht stellen. Einer, der so fragen kann, weiß vom Christentum und ist keineswegs sicher, ob es nicht wahr sein könnte. Seine Frage heißt in Wirklichkeit:"Muss ich mich damit herumschlagen, das zu ergründen? kann ich nicht ausweichen, einfach so tun, als ob, und mir Mühe geben, gut zu sein? Genügt mein guter Wille denn nicht, um mich sicher und rechtschaffen ans Ziel zu bringen, ohne daß ich an diese leidige Tür klopfe, um herauszufinden, ob jemand dahinter ist oder nicht?"

Dieser Mensch verlangt tatsächlich die Erlaubnis, mit seinem "Gutsein" durchs Leben zu kommen, bevor er alles daran gesetzt hat zu erfahren, was überhaupt "gut" heißt; diese Antwort sollte genügen. Aber etwas muss dazu noch gesagt sein: Wir müssen gar nicht untersuchen, ob Gott ihn für seine Feigheit oder Faulheit bestrafen wird; soche Leute bestrafen sich selbst. Dieser Mann drückt sich. Er versucht absichtlich nicht zu wissen, ob der christliche Glaube wahr oder unwahr ist, denn er befürchtet unabsehbare Schwierigkeiten, fall es sich als wahr erweist. Dieser Mensch ist wie einer, der absichtlich "vergißt", einen Blick aufs Anschlagbbrett zu werfen, weil er befürchtet, er könnte dort seinen Namen entdecken und irgendeine unangenehme Arbeit verrichten zu müssen. Er ist wie einer, der sein Bankkonto lieber nicht anschaut, weil er Angst hat zu erfahren, was darin steht. Er ist wie einer, der nicht zum Arzt geht, wenn er einen verdächtigen Schmerz zu spüren beginnt, weil er Angst hat vor der ärztlichen Diagnose....

 

Was werden viele Menschen tun wenn sie herausfinden müssen, dass das Christentum wahr ist.