Geistliche Impulse:

von: Jörgen Bauer

 

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

2. Mose 20, Vers 16

 

Der folgende Ablauf ist bestens bekannt und "bewährt":

 

Eine Zeitung verbreitet eine Halbwahrheit, die von den anderen Medien begierig aufgegriffen und weiter aufgebauscht wird, dem schließen sich im Internet massenweise „empörte Kommentare“ an, den Rest besorgen diverse „Fernseh-Quasselrunden“. Ich habe eine ganze Sammlung solcher Halbwahrheiten, wo gelogen wurde, dass sich die Balken biegen, worauf ich hier aber nicht näher eingehen will.

 

Hier eine Aussage aus dem Jahre 1880, allerdings die USA betreffend.

Ein John Swinton antwortete auf einen Trinkspruch unter anderem wie folgt:

"Es gibt hier und heute in Amerika nichts, was man als unabhängige Presse bezeichnen könnte. Sie wissen das und ich weiß das. Es gibt keinen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn Sie sie schrieben, wüssten Sie im Voraus, dass sie nicht gedruckt würde. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, meine ehrliche Überzeugung aus der Zeitung, der ich verbunden bin, herauszuhalten. Anderen von Ihnen werden ähnliche Gehälter für Ähnliches gezahlt, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde auf der Straße und müsste sich nach einer anderen Arbeit umsehen. Das Geschäft von uns Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, frei heraus zu lügen, zu verfälschen … Sie wissen es, ich weiß es, wozu der törichte Trinkspruch auf die freie Presse … Unsere Talente, unsere Fähigkeiten sind alle das Eigentum anderer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.” 

 

Ist das bei uns heute auch noch so? Ich nicht kommentieren, aber ich weiß nur aus den Aussagen von Medienmachenden, dass sie sich dazu berufen fühlen, die Medienkonsumenten "zu erziehen", indem sie "aufklären" und dabei bestimmte Sichtweisen vermitteln, die im Interesse der Meinungsmacher, mit ihren Verbindungen zur Politk, sind.

Vor kurzem las ich ein ausführliches Interview, in dem eine beliebte Moderatorin darüber berichtet, wie Sendungen vorbereitet werden, damit genau das Gewünschte bzw. "politisch Korrekte" gesagt wird, wobei bei Abweichungen sofort korrigierend eingegriffen werden muss. Sie hat ihre Tätigkeit bei dem Sender deshalb aufgegeben, weil das nicht ihren Vorstellungen von Journalismus entsprach und stattdessen ein Buch geschrieben, in dem sie ihre Erfahrungen schildert.

Man wird deshalb in allen Publikationen und Sendungen immer dieselben Dinge lesen und hören. Wer genau hinsieht, stellt fest, dass bestimmte Themen überhaupt nie wirklich kritisch analysiert werden. Kein Wort über die langfristigen Folgen des  Abtreibungsunwesens, der Unmöglichkeit statistische

Durchschnittswerte (Klima) zu schützen, Energiedichte und Wirkungsgrad, was die Energiewende fraglich macht, Beeinflussung des Lebens in Gewässern (genetische Veränderungen) durch Hormon- und Arzneimittelrückstände und Vieles andere.

Dafür Diffamierungen und Verleumdungen gegenüber Kritikern.

Aber einen Nutzen haben die Medien doch: Man kann davon ausgehen, dass die Dinge, die runtergebügelt werden, deshalb tatsächlich besonders gut sein müssen, was ich schon mehrfach erfahren habe.

Aber wir müssen ja nicht alles glauben, was uns berichtet wird. Wir können uns nach wie vor ein eigenes Urteil und eine eigene Meinung bilden. Und das sollten wir auch tun! Noch gibt es kein "betreutes Denken".

Und etwas gilt im besonderen Maße: Bibelleser wissen mehr!

 


von: C. S. Lewis

  1. «Wenn das Christentum falsch ist, ist es bedeutungslos; wenn es stimmt, ist es von unendlicher Bedeutung. Was es nicht sein kann: ein bisschen wichtig.»
  2. «Ein Mann, der als bloßer Mensch die Aussagen von Jesus macht, wäre kein großer moralischer Lehrer. Er wäre entweder verrückt – ungefähr so wie der Mann, der sagte, er sei ein Spiegelei – oder er wäre der Teufel persönlich. Du musst dich entscheiden: entweder war und ist dieser Mann der Sohn Gottes, oder er ist verrückt oder schlimmer. Man kann ihn als Narr einsperren, man kann ihn anspucken und ihn als Dämon töten; oder man kann zu seinen Füssen fallen und ihn Herr und Gott nennen. Aber kommen Sie mir nicht mit diesem moralisierenden Quatsch, er sei ein großer menschlicher Lehrer. Diese Option hat er uns nicht offengelassen. Das wollte er nie.»
  3. «Jetzt den Unwissenden und Einfältigen zu spielen, der den Feinden nicht auf ihrem eigenen Boden begegnen kann, würde bedeuten, dass wir unsere Waffen wegwerfen und unsere einfachen Brüder im Stich lassen, die außer Gott niemand anderen als uns haben, um sie gegen die intellektuellen Angriffe der Heiden zu verteidigen. Gute Philosophie ist nötig – und sei es aus dem einzigen Grund, dass schlechte Philosophie beantwortet werden muss.»
  4.  «Angenommen, es gäbe keine Intelligenz hinter dem Universum, keinen schöpferischen Plan. In dem Fall hätte niemand mein Gehirn zum schöpferischen Denken geschaffen. Die Atome in meinem Gehirn würden sich – aus physikalischen oder chemischen Gründen – einfach so bewegen und arrangieren, dass es mir als Nebenprodukt das Gefühl gibt, das ich Gedanken nenne. Aber warum kann ich dann meinem eigenen Denken vertrauen, dass es wahr ist? Das ist so, als wenn man einen Kessel Milch ausschüttet und hofft, dass sie einem eine Karte von London gibt. Aber wenn ich meinem eigenen Denken nicht trauen kann, kann ich natürlich auch den Argumenten nicht trauen, die zum Atheismus führen. Darum habe ich keinen Grund, Atheist oder sonstwas zu sein. Wenn ich nicht an Gott glaube, kann ich meinem Denken nicht trauen. Darum kann ich nie das Denken benutzen, um Unglauben zu beweisen
  5. «Wenn ich eine Sehnsucht in mir finde, die keine Erfahrung in dieser Welt befriedigen kann, ist die wahrscheinlichste Erklärung, dass ich für eine andere Welt gemacht bin
  6. «Alles, was ich im Privatleben bin, ist Literaturkritiker und Historiker, das ist mein Job. Und ich kann nur sagen: Wenn jemand sagt, die Evangelien seien entweder Legenden oder Romane, dann zeigt diese Person einfach ihre Inkompetenz als Literaturkritiker. Ich habe sehr viele Romane gelesen und weiß ziemlich viel über die Legenden, die unter den Völkern entstanden sind – und ich weiß sehr gut, dass die Evangelien nicht diese Art Literatur sind.»
  7. «Wenn das Christentum etwas wäre, das Menschen erfunden haben, könnten wir es natürlich einfacher machen. Aber das ist es nicht. Wir können es nicht so einfach machen wie die Leute, die eine Religion erfinden. Warum nicht? Weil es hier um Fakten geht. Natürlich kann jeder eine einfache Religion erfinden, wenn er sich nicht um Fakten kümmern muss.»
  8. «Wenn du zu Buddha gehst und ihn fragst: 'Bist du der Sohn von Brahma?', würde er sagen: 'Mein Sohn, du bist immer noch im Tal der Illusion'. Wenn du zu Sokrates gehst und ihn fragst 'Bist du Zeus?', würde er dich nur auslachen. Wenn du zu Mohammed gehst und ihn fragst 'Bist du Allah?' würde er zuerst seine Kleider zerreißen und dir dann den Kopf abhauen. Und wenn du Konfuzius gefragt hättest 'Bist du der Himmel?' dann hätte er wohl geantwortet 'Bemerkungen, die nicht dem Lauf der Natur entsprechen, verraten schlechten Geschmack'. Der Gedanke, dass ein großer moralischer Lehrer die Worte Christi sagte, ist vom Tisch. Meiner Überzeugung nach ist ein Mann, der diese Worte sagte, entweder der Sohn Gottes oder komplett verrückt.»
  9. «Wenn du dir wirklich Sorgen machst, dass die Menschen, die du liebst, nicht im Himmel sind, ist es das Unlogischste, das du tun kannst, selbst draußen zu bleiben.»
  10. «Ich glaube an das Christentum, wie ich an die Sonne glaube, die aufgegangen ist – nicht nur, weil ich sie sehe, sondern weil ich durch sie alles andere sehe.»  

 von: C. S. Lewis

 

Wir halten es für selbstverständlich, dass die Zeitfolge, dieses Gefüge von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, nicht nur für unser Leben gilt, sondern für alle Dinge. Wir neigen zu der Annahme, das ganze Universum und sogar Gott selbst bewegten sich ständig aus der Vergangenheit in die Zukunft, genau wie wir. Aber viele Gelehrte sind nicht dieser Ansicht. Die Theologen waren die ersten, die auf den Gedanken kamen, dass einige Dinge gar nicht in der Zeit sind. Später haben die Philosophen diesen Gedanken übernommen; und heute sind auch einige Naturwissenschaftler dieser Meinung.

 

Ziemlich sicher ist Gott nicht in der Zeit. Sein Leben besteht nicht aus aufeinander folgenden Augenblicken. Wenn heute Abend um halb elf eine Million Menschen zu ihm betet, braucht er ihnen nicht in dem einen kleinen Augenblick zuzuhören, den wir halb elf nennen. Halb elf - und jeder andere Augenblick seit dem Anfang der Welt - ist für ihn Gegenwart. Wir können es auch so sagen: Ihm steht die ganze Ewigkeit zur Verfügung, um das Stoßgebet zu hören, das ein Pilot im Bruchteil einer Sekunde betet, wenn seine Maschine brennend abstürzt.

 

Ich weiß, diese Vorstellung ist schwierig. Ich will versuchen, ein ähnliches Beispiel zu geben. Nehmen wir an, ich schreibe einen Roman. Darin kommt folgender Satz vor: "Maria legte ihre Arbeit nieder; im nächsten Augenblick klopfte es an die Tür." Für Maria, die in der Phantasiezeit meiner Erzählung zu leben hat, liegt kaum eine Sekunde zwischen dem Niederlegen ihrer Arbeit und dem Klopfen an der Tür. Ich aber, als Marias Schöpfer, lebe nicht in dieser Phantasiezeit. Zwischen der Niederschrift der ersten und der zweiten Hälfte dieses Satzes sitze ich vielleicht drei Stunden da und denke unentwegt über Maria nach. Ich könnte über Maria so nachdenken, als wäre sie die einzige Gestalt in dem Buch, und so lange, wie ich will, und die Stunden, die ich damit zubringe, würden in Marias Zeit (der Zeit innerhalb der Erzählung) überhaupt nicht erkennbar sein.

 

Dies ist natürlich kein vollkommenes Beispiel. Aber es mag ungefähr einen Begriff von dem geben, was ich für die Wahrheit halte. Gott wird so wenig vom Zeitstrom der Welt fortgerissen wie der Schriftsteller von der Phantasiezeit seines Romans. Gott kann jedem von uns unbegrenzte Aufmerksamkeit schenken. Er braucht uns nicht "en masse" abzufertigen. Jeder einzelne steht so allein vor ihm, als wäre er das einzige Wesen, das Gott erschaffen hat. Als Christus starb, starb er für jeden einzelnen von uns so, als ob jeder von uns der einzige Mensch auf dieser Welt wäre. In einer Hinsicht ist mein Beispiel unzulänglich. In ihm wechselt der Schriftsteller nur aus einer Zeitrelation in die andere hinüber, aus der Zeit der Erzählung in die wirkliche. Aber Gott, so glaube ich, lebt überhaupt nicht in irgendeiner Zeitrelation. Sein Leben verrinnt nicht Sekunde für Sekunde wie unser Leben. Für ihn ist es sozusagen noch 1920 und schon hundert Jahre weiter. Denn sein Leben ist er selbst.

Wenn wir die Zeit als eine gerade Linie zeichnen wollen, auf der wir entlangreisen, dann müssen wir uns Gott als das ganze Blatt vorstellen, auf dem die Gerade gezogen wurde. Wir gelangen nacheinander zu den einzelnen Punkten der Linie. Wir müssen A hinter uns lassen, ehe wir zu B kommen, und können C nur erreichen, wenn wir B hinter uns lassen. Gott aber ist außerhalb und oberhalb und rund um diese Linie; er ist überall und überschaut sie ganz.

(C. S. Lewis, 1898-1963)

 


 von: David Wilkerson

 

Christus liebt seine Gemeinde. Er gab sein Leben für sie hin und sagte, dass die Pforten der Hilfe sie nicht bewältigen können. Jesus selbst ist der Grundstein dieser Gemeinde. Und die Bibel sagt uns, dass seine Herrlichkeit und Weisheit in ihr wohnen. Am Pfingsttag sandte er seinen Heiligen Geist, um die Gemeinde zu begründen. Und er hat sie mit gesalbten Dienern begabt — Hirten, Lehrern, Aposteln, Propheten und Evangelisten — um sie aufzuerbauen. 

Es ist klar, dass der Herr seine Gemeinde segnen möchte. Warum vermittelt das zweite Kapitel der Offenbarung dann ein so Furcht erregendes Bild von Christus, als er seinem Volk erscheint? Johannes schreibt, dass Jesus mit flammenden Augen und donnernder Stimme zur Gemeinde kommt:

 

"und mitten unter die sieben Leuchtern einen, der war eines Menschen Sohne gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und umgürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme und seine Füße gleichwie Messing, das im Ofen glüht, und seine Stimme wie großes Wasserrauschen; und er hatte sieben Sterne in seiner rechten Hand, und aus seinem Munde ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht leuchtete wie die helle Sonne" (Offenbarung 1,13-16).

 

Nun, die Offenbarung ist der zusammenfassende Abschluss des Wortes Gottes. Sie beschreibt das Ende aller Dinge. Und hier findet sich das erste Bild von Christus, das wir in diesem Buch sehen. Warum erscheint Jesus hier mit so düsteren Vorzeichen? Und warum spricht er mit so eindringlichen Worten zu seiner Gemeinde? Johannes schreibt, dass die Worte Christi so scharf sind wie Schwerter, die bis ins Mark dringen. Erinnern Sie sich daran, dass dies der Apostel war, der sich an die Brust Jesu lehnte. Aber nun liegt er auf seinem Angesicht: "Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie ein Toter" (1,17).

 

Der Herr selbst erklärt seine Ehrfurcht gebietende Erscheinung: "und ihre Kinder will ich zu Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, dass ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht; und ich werde geben einem jeglichen unter euch nach euren Werken" (Offenbarung 2,23).

Tatsache ist, dass Christus seine Gemeinde liebt. Und genau das ist der Grund, warum er kommt, um sie zu erforschen. Er kommt, um sein Volk in Liebe zurechtzubringen und zu reinigen.

 

Zuerst spricht Jesus Johannes zu, keine Angst zu haben. "Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie ein Toter; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte" (Offenbarung 1,17).

Dann sagte Christus, im Wesentlichen: "Ich möchte, dass alle in meiner Gemeinde wissen, dass ich gekommen bin, um ihren inneren Menschen zu erforschen. Und das tue ich mit Augen wie Feuer und einem Donnern, das die Seele erschüttert. Ich werde kein Blatt vor dem Mund nehmen — was ich zu sagen habe, wird durchdringend und heilend zugleich sein. Aber ich werde keinem meiner Kinder erlauben, weiter in Apathie oder Blindheit zu leben. Meine Augen und mein Mund werden jede Fassade durchdringen."

 

Christus sah etwas in seiner Gemeinde. Und er wies Johannes an, seine Worte aufzuschreiben und an die "Engel" der Gemeinden zu senden. Damit sind seine Diener gemeint, die er als Sterne in seinen Händen bezeichnet. (Siehe 1,16.) Er sagt Johannes, "Ich liebe diese Diener. Ich habe sie berufen und gesalbt. Und nun sollst du ihnen meine Wort mitteilen."

 

Da ich selbst Pastor bin, muss ich mich fragen: Wie muss es gewesen sein, einen solchen Brief von Johannes zu öffnen? "An den Pastor der Gemeinde in New York: Das sagt der Herr, der deine Gemeinde ..."

Stellen Sie sich nun vor, was diese sieben Diener empfanden.

 

Nehmen wir zum Beispiel den Pastor von Ephesus. Als er Johannes' Brief liest, sieht er, wie Christus sich über seine Gemeinde freut. Der Herr lobt die Epheser für ihre harte Arbeit, ihre Geduld und ihr geistliches Urteilsvermögen. Sie hassen das Böse und sie treten für die Sache Christi ein. Und in all den Jahren haben sie nicht aufgehört, Gutes zu tun. Dieser Pastor staunt über das, was er liest. Er denkt, "Wow, der Herr ist zufrieden mit uns. Es ist ein Empfehlungsschreiben."

 

Aber als er weiter liest, stößt er auf schneidende Worte: "Aber ich habe wider dich, dass du die erste Liebe verlässt" (2,4). Jesus warnt den Pastor, "Gedenke, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke. Wo aber nicht, werde ich dir bald kommen und deinen Leuchter wegstoßen ..." (2,5).

 

Der ephesische Pastor muss entsetzt gewesen sein. Er denkt, "Buße tun? Oder er wird unsere Kraft als seine Zeugen wegnehmen? Was für schockierende Worte. Wie kann das sein? Wir sind Gläubige des Bundes. Wir sind aus Glauben gerechtfertigt. Wir sind wohltätig liebevoll, fürsorglich gewesen. Jetzt sollen wir wieder zurückkehren und so sein wie am Anfang? Was soll das bedeuten? Wie kann das Jesus sein, der hier spricht? Wie soll ich diesen Brief je meiner Gemeinde vorlesen?"

 

Behalten Sie im Gedächtnis, dass diese Worte an eine glaubende Gemeinde gerichtet waren. Es musste also eine Angelegenheit sein, die in den Augen des Herrn sehr ernst war. Warum wurde er sonst so forschend zu einer beispielhaften Gemeinde sprechen? Er sagt dem Pastor, "Deine erste Liebe zu mir ist nicht mehr so, wie sie es einmal war. Du hast die Gemeinschaft mit mir vernachlässigt Tue nun Buße!" Jesus macht es klar: alles kommt auf seine Gegenwart an. Ja, die Epheser hatten eifrig gearbeitet und Gutes getan. Aber sie lebten nicht mehr in inniger Vertrautheit mit dem Herrn.

 

Im nächsten Kapitel, fasst Christus seine Botschaft an alle sieben Leiter und ihre Gemeinden zusammen. Und seine Worte sind vielsagend: "Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. So jemand meine Stimme hören wird und die Tür auftun, zu dem werde ich eingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir." (Offenbarung 3,20).

Allzu oft öffnen Christen nicht die Türen ihres Herzens für Jesus. Wenn er anklopft, sind sie nicht einmal zuhause. Stattdessen hängt ein Schild an der Tür mit der Aufschrift: "Lieber Herr, bin zum Dienst im Krankenhaus und anschließend im Gefängnis Sehe dich dann später in der Gemeinde."

 

So viele Gemeinden tun heute so viele gute, wohltätige Dinge im Namen Christi. Sie haben Programme für fast jede menschliche Not. Und die Gemeinde führt ein reines, aufrechtes Leben und achtet darauf, die Sünde zu meiden. Aber irgendetwas hat sich an ihnen verändert. Früher waren diese Christen der persönlichen Gemeinschaft mit Jesus hingegeben. Sie wollten keinen einzigen Tag vergehen lassen, ohne Zeit allein mit ihm zu verbringen. Aber jetzt haben sich die Dinge geändert. Alles, was sie für ihn haben, ist ein kurzer Gruß auf dem Weg zu irgendeiner Arbeit. Wie ernst ist das für Jesus?

 

Christus nimmt unsere Gemeinschaft so ernst, dass er sogar das eine Element wegnimmt,  was verlorene Seelen erreicht: seine Gegenwart.

 

Jesus warnt uns: "In meiner Gemeinde ist etwas verloren gegangen. Es ist meine Ehrfurcht erweckende Gegenwart. Ihr müsst in die Stille des Gebets zurückkehren und mit mir Mahl halten. Andernfalls werde ich meine Gegenwart von euch wegnehmen. Alle eure guten Werke — euer Predigen, das Evangelisieren und Geben — muss aus der innigen Zeit mit mir entspringen. Es muss von meinem Tisch ausgehen."

 

Die Gemeinde in Ephesus hatte etwas verloren, was sie einmal besessen hatte. Es war die erkennbare Gegenwart Christi in ihrer Mitte. Sie hatten angefangen, Jesus für selbstverständlich so zu nehmen, und das wirkte sich auf ihren Dienst aus. Früher hatten sie einander geliebt und sich umeinander gekümmert. Aber jetzt nahmen sie sich auch gegenseitig für selbstverständlich hin. Und das hat verheerende Auswirkungen auf ihre Bemühungen, gute Werke zu tun. Sie waren so damit beschäftigt, den Menschen zu dienen, dass ihre Taten in den Mittelpunkt rückten, und nicht die Liebe zu Christus. Seine mächtige Gegenwart fehlte.

 

Nun warnte Jesus sie: "Wenn ihr keine Änderungen vornehmt — wenn ihr nicht zu eurem Hunger nach mir zurückkehrt — werde ich eure Kraft als meine Zeugen wegnehmen. Ihr werdet keine Autorität mehr haben, wenn ihr eure guten Werke tut. Sie werden alle nichtig sein."

 

Ich erkenne darin eine Parallele zur heutigen Welt. Manche der härtesten Menschen, die ich kenne, sind Leute, die für Wohlfahrtsorganisationen und Sozialagenturen gearbeitet haben. Das gilt besonders für diejenigen, die in psychiatrischen Abteilungen oder mit missbrauchten Kindern gearbeitet haben. Es waren aufrichtige, hingegebene Arbeiter. Aber es war einfach zu schmerzhaft für sie, täglich mit solchen Leiden konfrontiert zu werden. Mit der Zeit haben sie sich verhärtet.

 

Dasselbe kann auch bei Christen geschehen. Ordinierte Leiter ebenso wie Laienmitarbeiter sehen so viel Schmerz und Sünde bei den Menschen, denen sie dienen, dass sie darüber hart werden können. Das ist genau das, was Jesus diesem Pastor in Ephesus sagte: "Du warst einmal so mitfühlend mit anderen. Du hattest solche Liebe zu den Menschen und hörtest ihnen aufmerksam zu. Aber jetzt verschließt du die Ohren. Du setzt dich zu ihnen, hast dich aber gegen ihr Schreien verhärtest. Du betreibst deinen Dienst wie in einer Tretmühle ohne Leben. Ich habe keine andere Wahl, als meine Gegenwart von dir zurückzuziehen."

 

Ich bin in Gemeinden gewesen, in denen der Herr seine Gegenwart für eine gewisse Zeit zurückgezogen hatte. Dort herrschte eine Leblosigkeit und Trockenheit, die man fast mit Händen greifen konnte. Jeder konnte es spüren. Gott spricht zu dieser Gemeinde und sagt, "Ich werde die Dinge eine zeitlang erkalten lassen. Ich möchte euch aus eurer Lethargie herausbringen. Ich möchte, dass ihr wisst, wie es ohne meine Gegenwart ist." Es ist wirklich schrecklich, wenn eine Gemeinde an diesen Punkt kommt. Es gibt keine Überführung im Heiligen Geist, nichts, was die Gemeinde in Bewegung bringt, nichts, was die jungen Leute bewegt.

 

Dabei gibt es einen wichtigen Nebeneffekt. Geistlich hungrige Menschen werden nicht bleiben, wo die Gegenwart Jesu nicht erkennbar ist. Sie hungern verzweifelt nach seiner Nähe. Und wenn sie sie nicht erfahren, gehen sie anderswo hin, um sie zu finden. Ich habe viele Briefe mit derselben Klage erhalten: "Ich kann keine Gemeinde finden, in der die Gegenwart des Herrn lebendig ist."

 

Ich habe den tragischen Niedergang zahlreicher Christen erlebt, die so empfunden haben. Sie finden nie eine Gemeinde. Also bleiben sie schließlich zuhause sitzen und hören sich Fernsehprediger an. In ihrer geistlichen Nahrung fehlt die feste Speise. Alles, wovon sie zehren, ist Leichtkost. Mit der Zeit setzt Kälte ein. Bald kehren sie der Gemeinde ganz den Rücken. Sie vernachlässigen die Versammlung ihrer geistlichen Familie, wovor der Hebräerbrief warnt. (Siehe Hebräer 10,25.) Und sie werden völlig gleichgültig gegen Christus und seine Gegenwart.

 

Ich sage Ihnen, dass Gott von solchen Leuten keine Entschuldigung annehmen wird. Jesus kann für jeden alles in allem sein, wenn wir unsere persönliche Gemeinschaft mit ihm pflegen. Es ist egal, in welchem Zustand Ihre Gemeinde ist. Sie müssen eifrig darin sein, ihm kostbare Zeit zu geben. Sie müssen tief aus seiner Gegenwart trinken, wenn Sie wollen, dass sein Wort Ihnen lebendig wird.

 

Im Licht von Offenbarung 1 - 3 muss jeder Christ sich fragen: "Haben meine guten Werke — mein Bibelstudium und mein Dienst — mir die Zeit mit Jesus geraubt? Habe ich noch solchen Hunger nach ihm wie früher Oder habe ich etwas verloren?"

 

Christus erforscht die Herzen seines Volkes in jeder Generation,

weil er über geistliche Blindheit besorgt ist.

 

Die Gemeinden, zu denen Jesus in Offenbarung 2 und 3 spricht, waren sieben wirkliche Gemeinden in Kleinasien. Einige Bibelforscher glauben, dass diese Gemeinden sieben Epochen in der Kirchengeschichte repräsentieren. Über diesen theologischen Standpunkt will ich nicht streiten. Ich glaube einfach, dass diese Botschaft sich an Christen aller Generationen wendet. Kurz gesagt erforscht Jesus die Herzen seines Volkes in jedem Zeitalter. Er ist über jede geistliche Blindheit besorgt, die seiner Gemeinde zusetzt.

 

Der Herr hatte eine Kontroverse mit fünf der sieben Gemeinden in diesem Abschnitt. Ich möchte mich hier nur auf drei konzentrieren: Ephesus, Thyatira, und Laodizea.

 

Wir haben schon gesehen, dass das Problem in Ephesus die mangelnde Gemeinschaft mit Christus war. In Thyatira herrschte ein anderes Problem. Sie spielte mit teuflischen Machenschaften. Stellen Sie sich die Reaktion des Pastors vor, als er diese Worte las: "Und dem Engel der Gemeinde zu Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie Feuerflammen ..." (Offenbarung 2,18). Jesus sah diese Gemeinde durch feurige Augen mit heiligem Zorn.

 

Doch der Brief lässt ein Lob folgen: "Ich weiß deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und deine Geduld und dass du je länger, je mehr tust" (2,19).

Wieder gibt Christus zu verstehen: "Ich kenne deine Werke. Deine Liebe, dein Glaube, dein Dienst und dein Ausharren sind jetzt größer als zu Anfang." Das Beste von allem ist, dass der Herr zu ihnen sagt, "Ich weiß, dass du mich liebst." Er tadelte sie nicht wegen mangelnder Gemeinschaft mit ihm.

 

Aber dann lesen wir diese durchdringenden Worte: "Aber ich habe wider dich, dass du lässest das Weib Isebel, die da spricht, sie sei eine Prophetin, lehren und verführen meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen" (2,20).

 

Wer ist die hier erwähnte Isebel eigentlich? Jesus spricht von falschen Hirten. Er tadelt den Pastor in Thyatira dafür, dass er habgierige Leiter duldet, die sein Volk verführen: "Du erlaubst Leuten, die sich ihren Begierden hingeben, frei von eurer Kanzel zu reden. Sie kommen als Engel des Lichts und verführen mein Volk mit hinterlistiger Täuschungen."

 

Der Hinweis auf Isebel bezieht sich nicht nur auf Leiter, die sich von Begierden beherrschen lassen. Diese falschen Hirten dachten sich sogar heimtückische Wege aus, ihre Begierden zu befriedigen. Einfach ausgedrückt ist der Name Isebel der Inbegriff für alles, was in den Augen des Herrn böse und verabscheuenswert ist.

 

Was für ein verwirrendes Bild sich uns hier bietet. Da ist eine Gemeinde, die den Herrn liebt, hingegebene Männer und Frauen Gottes. Sie haben ausgeharrt und treu gegeben und sie lieben Jesus. Wie konnten diese Christen sich von falschen Propheten anziehen lassen? Wie konnten sie sich durch gottlose Leiter, die Gott verachtet, je verführen lassen?

 

Es mag Sie schockieren, aber ich sehe genau das überall in unserem Land geschehen. Wölfe, die nur darauf aus sind, die Herde auszuplündern, sprechen heute in Gemeinden, die einmal für ihre Botschaft der Heiligung bekannt waren. Wenn man den Pastor fragt, warum er das erlaubt, gibt er zu, "Diese Prediger ziehen eine Menge an. Menschen kommen in die Gemeinde." Aber er erlaubt damit, dass falsche Propheten vom Tisch Satans austeilen: eine selbstsüchtige Botschaft der Begierde.

 

Stellen Sie hier einen Widerspruch fest? Jesus bezeichnet den Pastor in Thyatira als Mann der Liebe und Güte. Doch derselbe Mann duldet Leiter mit abscheuliche Sünde. Hirten, die an die fleischliche Gesinnung der Menschen appellieren und ihre Begierden entfachen. Sie bringen gottlose Vorstellungen ein, die ein falsches Gefühl der Erweckung hervorrufen. Und sie führen die Menschen auf dämonische Abwege.

 

Tief in seinem Herzen weiß dieser Pastor, dass ihr Evangelium nicht rein ist. Aber er möchte nicht, dass die Mengen wegbleiben. Und nun sagt Christus zu ihm, "Du duldest die Verführung dieser Wölfe Und du bist blind für das, was sie bei den Menschen in deiner Gemeinde anrichten. Sie schleichen sich in die Versammlungen dieser Prediger. Und sie werden in die Vernichtung geführt Sie haben angefangen, Unzucht zu treiben und Fleisch zu essen, das Götzen geopfert wurde. Aber du weigerst dich, sie zu warnen. Ich habe dich zum Hirten der meine Schafe berufen, aber du schützt sie nicht. Warum duldest du dieses Böse? Warum erhebst du nicht deine Stimme?"

 

Eine der ersten Pflichten jedes Pastors besteht darin, die Kanzel rein zu halten. Er darf nicht zulassen, dass jemand an der Kanzel steht und eine falsche Botschaft weitergibt. Vielleicht klingt das für Sie nach Kontrolle, aber es ist das, was Gott gebietet. Sehen Sie, Christus spricht hier nicht von sexueller Unzucht. Er spricht von einem bösen Joch, einer sinnlichen Gemeinschaft, einer Hingabe an die Macht eines falschen Dienstes. Und die Warnung Jesu ist klar: "Ihr nährt euch von einer Begeisterung, die aus der fleischlichen Gesinnung kommt. Das ist ein Evangelium' der Lustbefriedigung. Und euer geistliches Leben ist in Gefahr."

 

Erinnern Sie sich daran, dass Jesus hier nicht zu abgefallenen Christen spricht. Er spricht zu liebenden Christen, die einem alles geben würden, was sie haben. Aber sie lassen sich von einem fleischlichen Evangelium anziehen. Sie hören, auf eine subtile Stimme, die ihnen zuflüstert, "Du musst diesen Mann sprechen hören."

 

In den Evangelien warnt Jesus immer wieder vor falschen Hirten, die kommen, um viele zu verschlingen und zu täuschen Aber ich bin schockiert über das mangelnde Unterscheidungsvermögen so vieler Christen, die ihren falschen Predigten folgen. Ist Ihnen das auch passiert? Nährt sich Ihre Seele an irgendeinem Fernsehevangelium, das in Wirklichkeit dämonisch ist? Trinken Sie eine Botschaft von Wohlstandspredigern, die an Ihre Begierden appellieren und den älteren Menschen den letzten Cent abknöpfen?

 

Vielleicht denken Sie, "Was macht es, wenn ich sie mir ansehe? Es kann mir nicht schaden zu hören, was sie sagen. Außerdem hat man den Eindruck, dass alles vom Herrn kommt." Nein! Wenn Sie bei gottlosen Hirten verweilen, steigen Sie mit Dämonen ins Bett. Sie treiben Unzucht mit dem Bösen.

 

Missverstehen Sie mich nicht: Ich spreche nicht von allen Fernsehevangelisten. Aber urteilsfähige Christen erkennen den Unterschied. Jesus spricht von solchen fest gegründeten Heiligen, die die Beweggründe dieser geldgierigen Leiter durchschauen:

"(Sie), die nicht erkannt haben die Tiefen des Satans" (Offenbarung 2,24). Christus nimmt bezüglich dieser Geld raffenden Geistlichen kein Blatt vor den Mund. Er sagt, "Sie schleppen Seelen in die Tiefen der Hölle." Ja, diese Prediger reden von Christus, aber nicht von dem Christus der Herrlichkeit. Ja, sie predigen ein Wort, aber es ist nicht das Wort Christi. Es ist ein Evangelium, das mit dämonischen Lehren befleckt ist.

 

Der Herr sagt über solche falschen Hirten, "Und ich habe ihr (Isebel) Zeit gegeben, dass sie sollte Buße tun für ihre Hurerei; und sie tut nicht Buße" (2,21). Damit sagt er im Wesentlichen, "Ich habe mit diesen falschen Propheten und Evangelisten Geduld gehabt. Ich habe sie immer wieder gewarnt. Sie hatten reichlich Zeit, von ihrer Bosheit umzukehren. Aber sie haben sich geweigert."

 

Dann spricht der Herr folgende Warnung an alle rechten Diener seines Wortes aus: "Siehe, ich werfe sie in ein Bett, und die mit ihr die Ehe gebrochen haben, in große Trübsal, wo sie nicht Buße tun für ihre Werke und ihre Kinder will ich zu Tode schlagen. Und alle Gemeinden sollen erkennen, dass ich es bin, der die Nieren und Herzen erforscht; und ich werde geben einem jeglichen unter euch nach euren Werken" (2,22-23).

Jesus spricht hier nicht nur über falsche Propheten. Er schließt alle ein, die ihnen zuhören und sie unterstützen. Sie werden alle zusammen in einem schrecklichen Zustand der Krankheit und des geistlichen Todes enden.

 

Hesekiel sagt, dass solche Leute ihre Hurerei mit jedem treiben, der vorübergeht (siehe Hesekiel 16,15). Mit anderen Worten: Ihr lauft all diesen falschen Leitern nach. Aber sie benutzen euch nur. Sie vermarkten euch und lassen euch verwundet und geistlich tot zurück.

 

Zum Schluss ermahnt Jesus diejenigen, die gegen Isebel-Leiter standhaft geblieben sind: "Doch was ihr habt, das haltet, bis dass ich komme" (2,25). Damit drückt er aus, "Ihr habt wahres Unterscheidungsvermögen erlernt. Ihr lasst euch nicht von jedem Wind und jeder Welle der Lehre treiben. Deshalb haltet für den Augenblick einfach durch. Lasst euch nicht täuschen. Das ist alles, was ich verlange. Ich werde euch keine anderen Lasten auflegen, bis ich wiederkomme" (siehe 2,24).

 

Ich möchte nicht der Pastor von Laodizea sein, der seinen Brief von Jesus öffnen muss.

 

Jesus spricht der Gemeinde von Laodizea überhaupt kein Lob aus. Stattdessen liest der Pastor dort: "Ich weiß deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist. Ach, dass du kalt oder warm wärest!. Weil du aber lau bist und weder kalt noch warm, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde" (Offenbarung 3,15-16). Welch erschreckende Worte vom Herrn.

 

Ich frage mich, wie eine ganze Gemeinde in denselben gefährlichen Zustand fallen kann. Wie kann jeder Einzelne geistlich so blind sein, dass alle lau werden? Es gibt keinen Hinweis auf einen heiligen Überrest in dieser Gemeinde. Christus beschreibt sie alle als "elend und jämmerlich, arm, blind und bloß" (Vers 17). Wie konnte es dazu kommen? Wie kann jeder so elend, arm und nackt sein, ohne etwas davon zu merken?

 

Es geschah, weil diese Leute durch eine schreckliche Lüge verblendet waren. Die Christen von Laodizea waren sehr materialistisch, wohlhabend und erfolgreich. (Was sich auf einen Zuwachs an Zahl, Einfluss oder Geld beziehen konnte.) Und sie waren völlig mit sich zufrieden.

 

Für Christen ohne Unterscheidungsvermögen war dies eine blühende Gemeinde. Die Menschen liebten sie und wurden zu ihr hingezogen. Doch als Christus sie prüfte, bot sich ihm ein abscheulicher Anblick. Die Christen von Laodizea waren durch eine Lüge verblendet. Und diese Lüge lautete: "Ich bin in Ordnung. Ich befinde mich geistlich an dem Punkt, an dem ich sein sollte. Ich habe mich nicht verändert. Ich bin immer noch derselbe hingegebene Christ. Ich bin ein gerechter, eifriger Christ." Jesus sagt, dass diese Christen über sich selbst sagten, "Ich bin reich und habe gar satt und bedarf nichts!" (Vers 17).

 

Aus meiner Sicht repräsentiert diese Gemeinde den kapitalistischen Wahn der modernen amerikanischen Kirche. Unsere Nation ist eine kapitalistische Gesellschaft, was einfach unaufhörliches Wachstum bedeutet. Und die Geschäftswelt handelt nach dem Motto: "Wachse oder stirb." Alles muss ständig größer werden. Also muss man darauf aus sein, bei allem immer das Größte und Beste zu machen.

 

Für die Geschäftswelt mag das gelten. Aber diese Mentalität ist auch in die Gemeinde eingedrungen. Amerika erlebt ein "materialistisches Christentum." Das Ziel ist nicht geistliches Wachstum, sondern Expansion an Zahl, Besitz und Finanzen. Und die geistlichen Leiter werden in den Wahnsinn hineingezogen.

 

Jesu' Urteil über die Christen in Laodizea trifft heute auf viele Gemeinden zu: "Du erkennst nicht, was mit dir passiert ist. Deine Blindheit hat dich lau werden lassen. Und du merkst es nicht einmal. Du denkst immer noch, du wärst voller Eifer für mich."

 

In Ephesus bestand die Sünde der Gemeinde in der mangelnden Vertrautheit mit Jesus. In Thyatira war es ein Verlust an Urteilsvermögen und das Spiel mit geistlicher Unzucht. Nun sehen wir in Laodizea die schlimmste aller Sünden, den Verlust jeden Bedürfnisses nach Christus.

 

Alles endet in völliger Nacktheit. Jesus warf den Christen in Laodizea ihren Zustand vor, "nicht offenbart werde die Schande deiner Blöße" (Vers 18). Das griechische Wort für Blöße bedeutet, "aller Mittel beraubt zu sein." Sehen Sie, Gott behält seine Mittel denen vor, die sich auf ihn verlassen, die in ihrem Mangel auf ihn vertrauen. Worin bestehen seine Mittel? Es sind wahre geistliche Reichtümer: seine Stärke, seine Wunder wirkende Kraft, seine göttliche Führung, seine erfahrbare Gegenwart. Christus warnte diese selbstzufriedene Gemeinde: "Ich habe dir all meiner Mittel entzogen. Aber du denkst, du brauchst sie nicht. Du bist völlig verarmt, aber du erkennst deinen Zustand nicht."

 

Stellen Sie sich eine Gemeinde vor, die es sich in einen einstündigen Gottesdienst bequem macht. Diese Christen hören eine kurze Predigt darüber, wie sie die Belastungen des Alltags bewältigen. Dann eilen sie sofort zur Tür hinaus. Sie empfinden keine Notwendigkeit, vor Jesus zerbrochen oder demütig zu sein. Sie spüren nicht, dass sie sich durch eine durchdringende Botschaft wachrufen oder überführt lassen sollten. Da hört man nicht den Ruf, "Herr, läutere mich, zerbrich mich. Du allein kannst meinen Hunger stillen."

 

Wo ist der Eifer, den sie einmal hatten? Früher waren diese Christen eifrig darauf bedacht, in die Gemeinde zu gehen, über Gottes Wort nachzusinnen, ihre Herzen dem forschenden Licht des Heiligen Geistes auszusetzen. Aber nun denken sie, sie seien über all das hinausgewachsen. Also haben sie ihr Christentum auf den Sonntagvormittag beschränkt, Aber das ist eine Religion der Lauheit.

 

Jesus liebte den Pastor und die Gemeinde in Laodizea so sehr, dass er sie wissen ließ, welche drastischen Maßnahmen er ergreifen würde. Er sagte ihnen, dass er in ihnen ein Bedürfnis nach seinen Mitteln wecken würde: "Welche ich liebhabe, die strafe und züchtige ich. So sei nun fleißig und tue Buße!" (Vers 19). Seine liebende Hand würde kommen, um sie zu züchtigen. Und er würde dies tun, indem er in ihnen das Verlangen weckte, um seine Macht und Hilfe zu flehen.

 

Geliebte Mitchristen, Christus spricht heute mit denselben Worten zu uns. Er sagt uns genauso wie den Christen in Laodizea: "All das handelt davon, mit mir Mahl zu halten. Es geht darum, die Tür zu öffnen, wenn ich anklopfe. Und ich rufe euch jetzt, zu kommen und Gemeinschaft mit mir zu haben. Ich habe alles, was ihr braucht. Und jede wertvolle Zeit, die ihr mit mir verbringt, gibt euch geistliche Kaufkraft. So erlangt ihr meine Mittel. Eure Gemeinschaft mit mir gibt euch alles, was ihr braucht, um im Dienst fortzufahren. Alles muss aus unserer gemeinsamen Zeit entspringen."

 

Das ist der Weg, wie die Gemeinde Christi in diesen letzten Tagen ihre Kraft als Zeugen Jesu bewahren wird. Amen!

 

 


 

 von: C. S. Lewis

 

Auf die Frage meinerseits, warum es so schwierig ist, Menschen dazu zu bringen, wenigstens mal "zu prüfen, ob das, was in der Bibel steht, stimmt oder nicht", habe ich untenstehenden Auszug aus einem Buch von C. S. Lewis gefunden. Es wäre wünschenswert, wenn mancher sich die Bücher dieses tollen Autors besorgen würde. Vor allem kritische Leute könnten einige aufschlussreiche Fragen und Gedanken kennenlernen, die sie sich ansonsten so nicht gemacht hätten.

 

Aus: "Gott auf der Anklagebank."

 

"Die Frage, vor die jeder von uns gestellt ist, heißt nicht: "Kann man ein guter Mensch sein, ohne dass man Christ wird?" Sie heißt: "Kann ich es?" 

Wir wissen alle, dass es gute Menschen gegeben hat, die keine Christen waren; Männer wie Sokrates und Konfuzius, die das Evangelium nie gehört haben, oder Männer wie J. S. Mill, der es einfach nicht glauben konnte. Angenommen, der christliche Glaube wäre wahr, dann lebten diese Männer in echter Unwissenheit oder aufrichtigem Irrtum. Wenn ihre Absichten so gut waren, wie ich annehme (denn natürlich kann ich ihre geheimsten Gedanken nicht lesen), dann hoffe und glaube ich, Gottes erfinderische Gnade wird den Schaden wieder gutmachen, den ihre Unwissenheit, bliebe sie sich selbst überlassen, ihnen und ihren Mitmenschen sonst zugefügt hätte. 

 

Wenn mich aber jemand fragt: "Kann ich nicht ein guter Mensch sein, ohne dass ich Christ bin?", dann hat er offensichtlich andere Voraussetzungen. Wenn er nichts vom Christentum wüsste, könnte er diese Frage gar nicht stellen. Wenn er davon wüsste und es ernsthaft geprüft und als unwahr verworfen hätte, dann würde er diese Frage auch nicht stellen. Einer, der so fragen kann, weiß vom Christentum und ist keineswegs sicher, ob es nicht wahr sein könnte. Seine Frage heißt in Wirklichkeit: "Muss ich mich damit herumschlagen, das zu ergründen? Kann ich nicht ausweichen, einfach so tun, als ob, und mir Mühe geben, gut zu sein? Genügt mein guter Wille denn nicht, um mich sicher und rechtschaffen ans Ziel zu bringen, ohne dass ich an diese leidige Tür klopfe, um herauszufinden, ob jemand dahinter ist oder nicht?"

 

Dieser Mensch verlangt tatsächlich die Erlaubnis, mit seinem "Gutsein" durchs Leben zu kommen, bevor er alles daran gesetzt hat zu erfahren, was überhaupt "gut" heißt; diese Antwort sollte genügen. 

 

Aber etwas muss dazu noch gesagt sein: Wir müssen gar nicht untersuchen, ob Gott ihn für seine Feigheit und Faulheit bestrafen wird; solche Leute bestrafen sich selbst. Dieser Mann drückt sich. Er versucht absichtlich, nicht zu wissen, ob der christliche Glaube wahr oder unwahr ist, denn er befürchtet unabsehbare Schwierigkeiten, falls er sich als wahr erweist. Dieser Mensch ist wie einer, der absichtlich "vergisst", einen Blick aufs Anschlagbrett zu werfen, weil er befürchtet, er könnte dort seinen Namen entdecken und irgendeine unangenehme Arbeit verrichten müssen. Er ist wie einer, der sein Bankkonto lieber nicht anschaut, weil er Angst hat zu erfahren, was darin steht. Er ist wie einer, der nicht zum Arzt geht, wenn er einen verdächtigen Schmerz zu spüren beginnt, weil er Angst hat vor der ärztlichen Diagnose."

 

Was werden viele Menschen tun wenn sie herausfinden müssen, dass das Christentum wahr ist.