Aktuelles:

Erdbeben-Update - 06.12.2019

 

Vorab möchte ich mich herzlich für die überragende Bereitschaft, uns finanziell zu unterstützen, bedanken! Ich bin überwältigt und wir können vielen Nöten begegnen. Mein Gott erstatte euch alles im Übermaß zurück! Momentan habe ich noch keine Namensliste der Spender erhalten, doch ihr wisst ja selber, wer sich vom Herrn Jesus die Willigkeit aufs Herz legen ließ.

 

Die Nachwirkungen des Erdbebens sind natürlich immens hier. Immer noch gibt es täglich mehrere Nachbeben die teils eine Stärke bis zu 4,4 haben. Es sind immer die gleichen Stellen, wo die Erde nicht zur Ruhe kommt: in ca. 10 Km Tiefe in der Adria vor Durres und 12 Km unter dem Land, ebenfalls rund um Durres. Laut Aussage des Seismologischen Instituts in Potsdam wird es kritisch, wenn sich die Beben “nach oben schieben". Gestern Nacht war eines mit 3,6 in nur 2 Km Tiefe. Aber ansonsten scheint es sich einzupendeln bei Stärken zwischen 2,1 – 3,2. Allerdings mindestens 5x am Tag ...

 

Das große Problem momentan ist, dass sehr viele Häuser in Durres, Kruija und Umgebung dermaßen angeschlagen sind, dass bei stärkeren Erschütterungen etwa ab der Stärke von 3,6 die Gefahr eines unkontrollierten Einsturzes besteht. Das betrifft in einigen Fällen sehr dicht bewohnte Plätze. Und es sind viele Hochhäuser betroffen (anbei einige Bilder).

 

Da viele Bewohner in Durres ihr Haus oder Appartement verloren haben, wurden sie in Hotels untergebracht oder sind zu Verwandten und Bekannten gefahren. Viele hoch in den Norden, andere in den Kosovo oder ins Ausland. Das Problem für die Menschen in den Hotels ist jedoch, dass die ersten diese bereits wieder verlassen müssen ... wohin aber nun? Andere kommen wieder zurück - und wissen auch nicht wohin ...

 

Dag, ein norwegischer Pastor in Fush Kruije - dort waren die Beben ebenfalls ziemlich verheerend - sagte mir: "Das Wichtigste, was jetzt passieren muss, ist, dass Handwerker und Profis ins Land kommen und anzufangen, neue Häuser aufzubauen." Nach meinen Informationen hat die Türkei bereits ein Angebot gemacht, was (bis jetzt unbestätigt ) offensichtlich von der albanischen Regierung abgelehnt wurde ...

 

Auch die Verteilung von Hilfsgütern lässt offenbar sehr zu wünschen übrig. Gestern habe ich nur gehört, dass die Lkws, die an der Grenze zum Kosovo standen, zwar reingelassen wurden, aber Zoll bezahlen mussten (!!??). Und die Verteilung will die Regierung “höchstpersönlich” organisieren. Wir werden sehen ...

 

Am Montag wird ein Lkw von "Hoffnung und Hilfe e.V.” in Durres eintreffen. Wir können noch nicht sagen, welche Steine uns dabei in den Weg gelegt werden, aber wir machen das zusammen mit “VUSH”, dem Dachverbund der Christen hier in Albanien. Und sollten wir problemlos aus dem Hafen kommen, wird alles bei Luka zwischengelagert. Da haben wir dann “einen besseren Zugriff”. Aber wir brauchen Gott da drin ... Die Gefahr, dass Profit-Geier unterwegs sind, nimmt zu.

 

Wir haben das kleine Gebäude neben unserem Haus angemietet, weil eine Familie, die ich gut kenne, einen Lagerraum für ihre gesamten Sachen braucht. Ihr Zuhause ist völlig hinüber. Die Bilder sind nur eine kleine Auswahl; an manche Gebäude kommt man wegen Absperrungen nicht heran.

 

 

Ich kann Jeton, Suada, Rodina und Clevi nur bewundern. Obwohl deren Wohnungen ebenfalls nicht mehr bewohnbar sind, engagieren sie sich den ganzen Tag für die Mitgliedern ihrer Gemeinde, die teils traumatisiert sind und ihr ganzes Hab und Gut verloren haben. Als AMOS unterstützen wir die Vier bei allem, was sie brauchen. Gestern veranstalteten sie eine Lobpreis-Gebetsnacht ...

 

 

 

 

 

 

Von rechts: Suada, Jeton, Clevi und Rodina. Ich habe für sie gekocht, damit sie mal etwas Richtiges in den Magen bekommen.

 

Erdbeben in Albanien:

 

Es ist jetzt der 5. Tag nach der Erdbeben-Katastrophe hier in Albanien. Die Ausmaße der Zerstörung sind heftig und die Zahl der Toten und Verletzten steigt weiter. Das Epizentrum lag ja direkt bei Durres und in einem Umkreis von 80 – 120 km spürt man immer noch die unzähligen Nachbeben. In Durres natürlich immer heftiger als weiter weg. Hier bewegt sich die Erde fast im Stundentakt mit Stärken zwischen 2,2 und 4,8 Richterskala.

 

In Durres und Umgebung herrscht deshalb Panik und Ratlosigkeit und man hat wirklich das Gefühl, als ob es gar nicht mehr aufhören will. Hinzu kommt noch, dass Regen und Gewitter angesagt sind - gestern zog das erste durch ... Für die Vielen, die draußen schlafen müssen, ist das natürlich noch ein weiteres großes Problem. Vor allem die Familien mit Kindern und die älteren Menschen leiden ungeheuer unter den Strapazen. Einige sind deshalb inzwischen in den Kosovo gebracht worden oder verlassen das Land Richtung Italien ... Allerdings können sich viele das nicht leisten. Wir als AMOS Mission haben jetzt begonnen, praktische Hilfe zu leisten. Mit drei Freunden von "Kritian Center Durres“ helfen wir betroffenen Gemeindemitgliedern, etwa 200 Erwachsenen und Kindern, indem wir Essen, Getränke, Hygienemittel, vor allem Pampers, sowie Medikamente kaufen. Und "Hoffnung und Hilfe e.V.” wird schnellstmöglich einen LKW mit Hilfsgütern herschicken.

 

Wir arbeiten mit den drei Freunden Jeton, Suada und Rodina, die wohlgemerkt alle selber betroffen sind, jetzt einen Plan aus, wie wir täglich effektiver helfen können. Rodina sagte zum Beispiel: Es gibt keine Organisation, die wirklich hilft, obwohl es Essen gibt, aber das holen sich eben auch andere Menschen ab, die nicht betroffen sind ... Das ist so typisch für Albanien.

  

Wenn man das Bild von “außen” betrachtet, scheint es so, dass gar nicht so viel passiert ist. Allerdings sind ungezählte Häuser Einsturz gefährdet und schlicht nicht mehr bewohnbar; die anhaltenden Nachbeben gefährden die Häuser natürlich zusätzlich sehr. Kleinste Erschütterungen in den letzten beiden Tagen haben einige Gebäude zusammenfallen lassen.. Ein Hochhaus in der VOLGA, dem beliebtesten Ausflugsziel in Durres, ist vorgestern zusammen gebrochen. In Kruja, etwa 40 km von Durres entfernt, ist es fast noch schlimmer, so ein Pastor der dort wohnt. Ganz viele Häuser sind einfach zerstört ...

  

Das Ganze wäre wahrscheinlich nicht dermaßen krass, wenn es nicht diesen Pfusch am Bau gegeben hätte. Viele der “neuen" Häuser wurden möglichst billig hochgezogen und Sicherheitsmaßnahmen schlicht übergangen. Vor allem Gebäude aus den 90ern sind jetzt betroffen und unbewohnbar ... “Wenn die Mafia Geld wäscht ...”

 

Viele Christen leiden unter Todesangst und kommen mit dem allem nicht mehr klar. Sie benötigen viel Gebet. Die Kinder sind teils traumatisiert und es fällt schwer, ihnen zu erklären, was hier eigentlich passiert ... Man kommt an seine Grenzen. Trotzdem war heute “Joeltag”, ein jährlich wiederkehrender Gebetstag, der bei Ali Kurti stattfindet. Und wir alle hoffen, dass Gott Gnade erweist.

 

Wir als Familie haben am Haus keinen Schaden und uns ist nichts passiert. Trotzdem kommen Bardha und ihre Mutter, die wir aufgenommen haben, nur sehr schwer mit der Situation zurecht. Maria ist ob der nun aufkommenden Gerüchte, dass noch viel Schlimmeres passieren würde, das reinste Nervenbündel. Es gibt in Albanien, wie wohl auch in anderen Gebieten, wo so etwas passiert, viele “Panikmacher”. Deren Aussagen fallen auf sehr fruchtbaren Boden ... schlimm! Deshalb habe ich meine Familie nach Lusije, etwa 100 Kilometer entfernt, geschickt. Dort spürt man die Nachbeben nicht. Wir müssen sehen, wie es weitergeht. Schön wäre, wenn die anhaltenden Nachbeben endlich aufhören würden - die Erde ist laufend in Bewegung. Hierfür zu beten wäre gut.

 

Ansonsten gilt es, einfach nur zu helfen wo möglich und soweit es in unserer Macht steht!

 

Der Transport von Hoffnung und Hilfe:

 

"Hoffnung und Hilfe e.V." aus Loßburg im Schwarzwald hat bereits den dritten Transport mit Hilfsgüter nach Albanien gebracht. Das ist wirklich ein Segen und zwar nicht nur für AMOS, sondern auch für andere christliche Organisationen. Unter anderem haben wir 13 Tonnen Dachziegel von der Fa. "Creaton" erhalten, um das Gebäude von "BUFSH" neu eindecken zu können und eine Palette Farben von der Fa. "Relius", um das ganze Gebäude im Innenbereich neu zu streichen.

An Elona - sie betreibt die Organisation "Aid to the Balkan - A2B", wo mehr als 50 Familien betreut und versorgt werden und die drei Waisenhäuser mit etwa 60 Kindern leitet - konnten wir Nahrungsmittel, Süßigkeiten, Kleidung und Schuhe weitergeben. Elona veranstaltete für all jene, die von ihrer Organisation betreut werden, ein "Hoffest" wo sich die Leute mitnehmen konnten, was sie brauchten; allerdings unter Beaufsichtigung der Mitarbeiter damit auch alles gerecht zuging ... 

 

An Zaimir, der mit seiner aus der Schweiz stammenden Frau Carla  in Burell eine Behinderteneinrichtung aufgebaut hat, und der für jene der Menschen, die geistig behindert sind, auch eine Schule betreibt und zusätzlich noch 50 Kinder täglich mit Essen versorgt, konnten wir 60 Rollstühle weitergeben und auch einiges an Nahrung und Süßigkeiten.

Außerdem bekam er noch einen Zahnarztstuhl, mit dem ein Zahnarzt kostenlos Menschen behandelt, die sich das nicht leisten können. Für die Zukunft ist noch geplant, eine mobile Zahnarztklinik zu etablieren, um Menschen behandeln zu können, die z.B. das Haus nicht mehr verlassen können. Zaimir hat auch eine kleine christliche Gemeinde, wo am Wochenende Gottesdienste stattfinden.

 

 

August 2019

Videos der Konferenz mit Dr. Baruch Korman online.

 

Nun hat TV 7 Albania die Videos der Konferenz mit Dr. Baruch Korman online gestellt. Sie sind für alle Interessierten hier zu finden