Aktuelles:

Januar: 2020

 

Willkommen im Neuen Jahr 2020. In Albanien haben wir Silvester Standesgemäß begonnen: 4.4 auf der Richterscala… Ja, die Nachbeben ziehen sich immer noch hin. Die längste Pause die wir hatten waren 17 Stunden. Heute Morgen war es relativ moderat, nur 3.1…. Aber im Gegensatz zu Puerto Rico geht es uns gut; dort hat es täglich 5-8 Beben und die meisten um die 4.9 auf der Richterscala… (erstaunlich wie man sich auf einmal für so etwas interessiert.. Sagt die Bibel nicht, dass es Erdbeben geben wird, hier und da…?)

 

Heute Nacht hat es im Hospital Durres gebrannt. In der Orthopädie (die Abteilung von Dr. Tanny) ist um 01:00 Uhr ein Feuer ausgebrochen und hat sich rasend schnell ausgebreitet. 3 Stockwerke sind quasi zerstört und viel Equipment ebenfalls. Gott sei Dank hat es keine Verletzten gegeben weil die Nachschichten schnell und zuverlässig gearbeitet und viele Patienten rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Aber das alles wieder zu reparieren… wow. Das Feuer entstand wegen einem Defekt in dem Stromverteiler der Orthopädie..

 

 

Inzwischen ist das Ausmaß der vielen Erdbeben ersichtlicher und als „AMOS-Mission“ sind wir quasi im Dauereinsatz. Es wird viel gebraucht und deshalb haben wir in Absprache mit „Hoffnung und Hilfe e.V.“ nochmals vor einen Hilfstransport zu organisieren, der übrigens viel Gebet als „Begleitung“ brauchen wird weil die Staatlichen Stellen durch Versagen und blockieren glänzen… Wir wollen vor allem auch in Thumane helfen; dort sieht es nach wie vor schlimm aus. Aber auch in Durres wird immer noch viel gebraucht und so versuchen wir zu verteilen wo immer es auch geht. In diesem Zusammenhang bin ich echt dankbar für die „Johanniter“ die in Skoder sind. Sie rufen uns immer wieder an und fragen was sie für uns tun können. Es waren bereits 2 Kleintransporter dort, um Sachen abzuholen… Klasse. Bei einem alten Ehepaar konnten wir ein neues Fenster kaufen; sie haben 50.-€ Pension im Monat… und in Skozet haben wir ein ganzes Viertel mit Essen versorgt. Momentan versuchen wir Wohncontainer zu besorgen. Die werden in der Nähe von Durres hergestellt und wir wollen bald in „Verhandlungen“ treten..

 

 

Übrigens können wir 100 Hotelbetten bekommen bei denen ich erst nicht wusste wem man die geben könnte und jetzt habe ich schon mehrere Interessenten die unbedingt einige brauchen würden. Vor allem auch Waisenhäuser.

 

Für medizinische Equipment, das dringend im Krankenhaus benötigt wird haben wir bereits Zusagen, und vor allem jetzt, nach dem Feuer dort, müssen wir weitermachen und noch Geräte finden; aber ich denke, dass sich Gott auch dazu stellen wird, so wie er die Arbeit von AMOS jetzt schon seit bald 15 Jahren segnet und dadurch, viele, sehr viele Menschen Hilfe erhalten. Aber vor allem auch Ihr! Wir sind sehr dankbar, dass der Herr eure Herzen erreichen konnte und wir wirklich in der Lage waren und noch sind, zu helfen wo es nötig ist und noch weit darüber hinaus. So sind z.B. 2 Autos, 1 für Luka und 1 für Jeton bereits in Triest und werden wahrscheinlich am kommenden Sonntag in Durres eintreffen.  Die Bibel hat schon recht: „Geben ist seliger als nehmen“…Stimmt!

 

UPDATE DEZEMBER 2019:

 

Weihnachten ist vorüber und wir nähern uns dem neuen Jahr. Für viele hier in Albanien war Weihnachten nicht gerade ein schönes Fest; immer noch gibt es Nachbeben in den Stärken von 2,3 bis 3,8. Teilweise mehrmals am Tag, nun aber nicht mehr nur an einem Ort. So hatte zum Beispiel Elbasan, etwa 120 km von Durres entfernt, vor drei Tagen ein Nachbeben von der Stärke 3,8. In  Durres war davon aber praktisch nichts zu spüren; allerdings relativ stark in Tirana ... Auch die Gegend um Thumane und  Fush Kruije, dort, wo das starke Erdbeben neben Durres die meisten Schäden verursacht hat, sind viele kleinere Nachbeben zu verzeichnen - und leider halten diesen einige angeschlagene Häuser nicht mehr stand. Aber es gibt keine weiteren Verletzten zu vermelden; wie in Durres sind die Flächen, wo es gefährlich werden kann, inzwischen weiträumig abgesperrt. Die offizielle Bilanz ist leider, dass 51 Personen gestorben sind, die Zahl der Verletzten geht in die Richtung von mehr als Tausend.

 

Ein Pastor aus Thumane hat mir mitgeteilt, dass das Gebäude seiner Gemeinde so schwer beschädigt wurde, dass es abgerissen werden muss. Aus Norwegen bekommt er deshalb ein großes Zelt, um zumindest die Gottesdienste weiterführen zu können. Nach Rücksprache mit Ali Kurti, der den Pastor Fatmir schon sehr lange kennt, habe ich mich entschlossen, dieser Gemeinde mit Finanzen unter die Arme zu greifen (zugegeben hat mich der Herr Jesus einen vollen Tag so mit Thumane beschäftigt, dass ich gar nicht anders konnte, als Ali zu fragen, ob er einen Pastor dort kenne ... Und wenn ja, er seine Telefonnummer hätte ... Hatte er natürlich ...   Gott macht keine Fehler!!) Fatmir sagte mir daraufhin, dass wir eine Gebetserhörung seien.

 

 

Ansonsten bin ich laufend unterwegs, um zu helfen, wo es nötig ist. Das Material von dem Transport von “Hoffnung und Hilfe e.V.” war bereits nach wenigen Tagen verteilt (80% konnten wir in Gemeinden verteilen!) So stand vorrangig erst mal an, Weihnachtspakete aufzutreiben. “Die Johanniter” haben sich bereit erklärt, uns hier zu helfen und eine Frau aus Österreich hat extra Weihnachtspakete für Erdbebenopfer nach Albanien bringen lassen. Wir bekamen davon 120 Stück, die in Skoder – 170 km nördlich von Durres - abzuholen waren. Das habe ich zusammen mit Riti gemacht. 

 

Jeton, den ihr ja schon kennt, braucht unbedingt ein Auto und auch Lukas alter Renault Kangoo hat endgültig ausgedient; beide sind ununterbrochen unterwegs, um Leute zu besuchen und ihnen zu geben, was sie am nötigsten brauchen. Ohne Auto ist das aufwändig und ziemlich schwierig.

 

Ein sehr lieber Bekannter von mir hat sich jetzt bereit erklärt, zwei Autos zu spenden. Ist Gott nicht treu! Wir lassen diese dann mit einem Transport nach Durres bringen und können somit bald den Beiden den dringend benötigten fahrbaren Untersatz übergeben.

 

Ansonsten sind wir natürlich weiterhin am Verteilen; die Not bei bestimmten Familien ist immer noch groß. Es werden teils auch Heizungen gebraucht, da es hier inzwischen sehr kalt geworden ist und bei manchen Häusern die Wände weg sind ... Wir müssen diese notgedrungen kaufen. Das Gleiche gilt auch immer noch für Medikamente und Essen.

 

Einige bekommen Unterstützung für den Kauf von Benzin und Diesel. Vor allem die Gemeinde “Center Kristiane” in Durres, die das nicht mehr bezahlen kann. Sie tragen von allen die größte Last, weil ihre Autos rund um die Uhr im Einsatz sind, um Familien und Einzelpersonen zu besuchen. Sie schauen, was dringend gebraucht wird. Und dem Team, Suada, Jeton, Rodina und Clevi, ist wichtig, für und mit den Menschen zu beten. Das finde ich ganz großartig.

 

 

Leider hatte ich bisher keine Zeit, mich um meinen Nacken zu kümmern. Das wirkt sich leider sehr belastend aus. Vielleicht hat Jesus ja ein Einsehen mit mir ...

 

Zu allem Überfluss hat sich mein Jüngster, Benjamin, mit einem Silvesterböller etwas Spaß holen wollen und dabei schwer am Auge verletzt. Seit fünf Tagen muss er mit Antibiotika behandelt werden, drei Tage lang hatte er starke Schmerzen. Dank dem Krankenhauspersonal in Durres scheint es inzwischen so, dass er keine bleibenden Schäden davontragen wird. Aber auf so etwas kann ich und mein Benjamin sicher auch  trotzdem zukünftig gerne verzichten. Ich hoffe, dass es ihm eine Lehre sein wird. ( Ich hatte ihm verboten, mit den “Dingern” rumzuspielen ...)

 

 

 

 

Erdbeben Update - 19.12.2019:

 

Wir dachten wegen der letzten Tage, dass wir durch wären mit den Nachbeben. Zwar gab es immer wieder kleine Erschütterungen, meisten so an die 5-7 kleine, aber die hatten nicht mehr als 3,2. Außerdem schien sich alles zu verlagern; so gab es Richtung Süden immer wieder kleinere Beben mit Höchstwerten von 3,8 und darunter und gestern ein größeres mit 4,4 in der Richtung Peqi, das wir in Durres allerdings nicht gespürt hatten. Dazwischen liegt aber ein kleiner Bergkamm, der es in unsere Richtung abdämpft. Heute ging es dann weiter mit jeweils bis zu 3,8 in Vlore, etwa 40 km von Durres entfernt und in Lushnije, etwa 70 km von Durres entfernt. Ich persönlich ging nicht davon aus, dass Durres nochmals betroffen sein würde, bis vor etwa 20 Minuten: 4.2! 

 

Genauso hat es vor jetzt fast 4 Wochen angefangen und die Befürchtung, dass nochmals ein größeres Beben folgen kann, steigt natürlich an. Man muss sich das vorstellen: seit 24 Tagen bebt die Erde hier - und das mehrfach am Tag. Das zerrt unendlich an den Nerven. Auch ich bin langsam am Ende meiner Belastbarkeit; genauso wie alle diejenigen, die hier alles einsetzen, um zu helfen, wo immer es auch möglich ist. Dazu kommt, die Befürchtung, dass die Regierung außer vieler Versprechen im Grunde völlig überlastet und meines Erachtens ziemlich ratlos zu sein scheint ... Offensichtlich geht nicht viel zusammen.

  

Wir sind indes natürlich sehr viel unterwegs. Es steht ja auch Weihnachten an und viele Gemeinden würden gerne Pakete an Familien und vor allem auch Kinder, verschenken; allein wo hernehmen. Hier sind wir Ansprechpartner und es kommen viele Anfragen. Wir warten allerdings noch auf die LKWs von den Johannitern, die uns 100 Pakete zu je 20kg liefern werden. Gestern habe ich 150 Pakete erhalten, die jemand aus Österreich als “Erdbeben-Spende” in Skoder abgeliefert hat. Wir sind hingefahren, haben sie abgeholt und auch gleich verteilt. Außerdem kaufen wir Essen, um ältere Menschen, die besonders leiden, zu versorgen. Und wir geben Decken, Kleidung und Schuhe weiter, die mit dem Hilfstransport von “Hoffnung und Hilfe e.V.” angekommen sind.

 

Jeton, Suada, Rodina und Clevi sind unterdessen den ganzen Tag auf Achse, um all die Familien und Personen, die keine eigene Wohnung mehr haben, zu besuchen und mit ihnen zu beten. Sie versuchen “einfach da zu sein” und kaufen ein, was immer auch nötig ist. Die Vier bekommen von uns genügend Bargeld und können selber entscheiden, wie sie es einsetzen. Aber ich kann mich darauf verlassen, dass sie sehr verantwortungsvoll damit umgehen. Das entlastet mich ungemein! Da sie aber allein für ihre Gemeindemitglieder sorgen, bin ich natürlich mit den anderen Gemeinden beschäftigt und mit vielen Einzelpersonen. Luka hingegen koordiniert die Verteilung des Hilfstransports und “erstattet regelmäßig Bericht”. Eigentlich müsste er das nicht, aber wir treffen uns jeden Morgen um 6:15 h, um aufkommende Fragen durchzusprechen.

 

Erdbeben Update - 12. Dezember 2019

 

Leider können wir noch keine Entwarnung wegen der inzwischen unzähligen Nachbeben geben. Immer noch haben wir täglich etwa

4 - 6  “Zwischenfälle” mit Stärken von bis zu 3,6. Nach Rücksprache mit dem Seismologischen Institut Potsdam liegt das an der komplizierten Erdstruktur rund um Durres; “Es könne sich noch monatelang so weiterentwickeln ...” Keine schönen Aussichten.

 

Trotzdem geht unsere Missionsarbeit natürlich weiter. Wir haben Equipment für das Krankenhaus erhalten und für Erion, unseren Zahnarzt. Ein junger Mann, dessen Wohnung in der unmittelbaren Umgebung eines stark Einsturz gefährdetem Hochhaus ist, wohnt vorübergehend bei uns. Arnold, dessen 4-köpfige Familie ihr Zuhause verloren hat, haben wir geholfen, eine neue Wohnung, die er gestern gefunden hat, zu bezahlen;  jetzt versuchen Vermieter mit leerstehendem Wohnraum natürlich “Geld zu machen”, indem sie teils das doppelte an Miete verlangen wie vor dem Erdbeben. Und Arnold hatte das natürlich nicht ... Für mehrere Gemeinden haben wir Essen gekauft, das an von dem Erdbeben stark betroffene Gemeindemitglieder weiter gegeben wird. Außerdem kaufen wir relativ viel Medikamente, weil viele, die alles verloren haben, sich das nicht leisten können. Dazu natürlich Windeln für Kinder.

 

Gestern kam der LKW von “Hoffnung und Hilfe e.V.” an. Dank eurer Gebete gab es keinerlei Probleme mit der Dogana (Zollbehörde). Andere Hilfstransporte wurden mit Einfuhrgebühren belegt ... Allerdings können wir unsere Hilfsgüter nicht völlig alleine verteilen. Die Regierung hat uns zur Auflage gemacht, dass sie mitbestimmen will wohin, die Sachen gehen. Wir konnten aber trotzdem viele “unserer Leute” versorgen ...

 

Persönlich habe ich gerade einen 18-Stunden Tag. Die meiste Zeit muss ich für Papierkram aufbringen und für Abrechnungen. Auch Firmen, die uns mit Sachspenden helfen, wollen alles dokumentiert haben.

 

Nebenbei habe ich nun auch Kontakt zum Vize-Botschafter des Deutschen Konsulats in Tirana, der mir seine private Telefonnummer gegeben hat. Sollte es Probleme geben, kann ich jederzeit anrufen. Zwar kann auch die Botschaft keinen direkten Einfluss auf die Regierung ausüben, aber es ist immer gut, dass albanische Verantwortliche wissen, dass die deutsche Botschaft hinter “AMOS” steht.  Das lässt sie etwas "vorsichtiger" agieren und wir können etwas “freier” die Dinge tun, die notwendig sind. 

 

Da inzwischen viele, die kurz nach dem Erdbeben weggegangen sind, wieder zurück kommen und viele, die in Hotels untergebracht worden sind, diese teils wieder verlassen müssen, ist unsere Arbeit natürlich erst am Anfang. Uns ist bewusst, dass wir uns nicht um alle und jeden kümmern können, aber Mitchristen versuchen wir zu helfen mit allem, was uns möglich ist. Momentan können wir das sehr gut, aber natürlich kommt eine Anfrage nach der anderen.

 

Wie dem auch sei: Wir tun, was möglich ist. Und sicher ist, dass uns nicht langweilig werden wird. Ich mache täglich die Erfahrung, dass Gott mit uns ist. Dass selbst in dieser Situation uns “alles zum Besten mitwirken muss (Römer 8)” und dass Jesus sehr wohl jedes seiner Kinder kennt und sich um dessen Bedürfnisse kümmert. Wir waren schon einige Male eine “Gebetserhörung”, wie mir mehrfach mitgeteilt wurde. Und wir haben auch ein Auto bekommen, das einer der Fahrer von "Hoffnung und Hilfe e.V." extra für uns nach Albanien gefahren hat. In diesem Zusammenhang aber auch ein besonderer Dank an das Autohaus Karosserie Eisemann für eine kostenlose umfangreichere Reparatur - und einen Freund unserer Arbeit aus Schorndorf, der alles koordiniert und organisiert hat. Na, wenn das nichts ist! 

 

 

August 2019

Videos der Konferenz mit Dr. Baruch Korman online.

 

Nun hat TV 7 Albania die Videos der Konferenz mit Dr. Baruch Korman online gestellt. Sie sind für alle Interessierten hier zu finden